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Deutsche Rückversicherer hüten ihre Schätze

30.04.2014 – DaxAuf der heutigen Hauptversammlung schlägt die Munich Re ihren Anteilseignern eine Dividende von 7,25 Euro je Aktie vor. Bislang wurden 7,00 Euro gezahlt. Der weltgrößte Rückversicherer erwirtschaftete 2013 einen Gewinn in Höhe von 3,3 Mrd. Euro – das drittbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. Wegen des erhöhten Drucks auf die Prämien im Schaden- und Unfallgeschäft zeigen sich einige Aktienanalysten weniger zuversichtlich als bisher. Munich Re und Hannover Rück zeichnen sich durch eine konservative Auflösungspolitik der Rückstellungen aus. Das bringt Vorteile im verschärften Wettbewerb.

Für eine Kaufempfehlung hält Aktienanalyst Thorsten Wenzel von der DZ-Bank das Papier der Munich Re im Gespräch mit VWheute. „Es handelt sich hier um einen sehr defensiven Wert. Durch die Aktienrückkäufe, die als eine Ausschüttung wegen der damit verbundenen Kurssteigerungen gelten, und der hohen Dividende, ist der Wert attraktiv.” Der Konzern hatte ein Aktienrückkaufprogramm von einer Mrd. Euro bis April 2015 angekündigt. Im Vergleich zu dem Schweizer Rückversicherer Swiss Re hebt Wenzel auch bei der Hannover Rück die bislang konservative Auflösungspolitik bei den Rückstellungen hervor. Hier lasse sich „die künftige Ergebnissituation vor dem Hintergrund des verschärften Preisdrucks abfedern”.

Gespannt wartet die Fachwelt heute auf die Darstellung der Munich Re zu den Entwicklungen des ersten Quartals 2014. Andreas Schäfer, Aktienanalyst beim Bankhaus Lampe, schätzt eine Combined Ratio in der Schaden- und Unfallversicherung von 87 Prozent – deutlich weniger als das vom Konzern gesetzte Gesamtjahresziel von 94 Prozent. Das liege an den geringeren Großschäden durch Naturkatastrophen. Das Nettoergebnis für das erste Quartal kalkuliert er mit 942 Mio. Euro. Den Wert stuft er weiterhin auf „Halten” ein. Einen stagnierenden Reingewinn bei der Munich Re prognostizierte am Montag dieser Woche Aktienanalyst Vinit Malhotra von Goldman Sachs für den Zeitraum 2014 bis 2017. Der Wert sei wegen der starken Kursentwicklung in der Vergangenheit daher „kein Kauf” mehr. Er setzte diesen deshalb auf „neutral” herunter.

Skeptischer beurteilt das US-Investmenthaus Merill Lynch den weltweit drittgrößten Rückversicherer Hannover Rück. Wegen des voraussichtlich weiteren Rückgangs der Prämien erschienen die Gewinnerwartungen des Marktes zu hoch, schrieb Analyst William Hardcastle in einer Studie vom Montag dieser Woche. Der Experte stufte den Wert auf „Underperform” herunter. (ki)

Foto: An der Börse zeigen sich die Aktien der Munich Re und Hannover Rück derzeit besonders stark (Quelle: vwh)

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