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Deutsche Baubranche: Zahl der Insolvenzen rückläufig

27.08.2014 – hausbau-150Für die deutsche Baubranche geht es aufwärts. Zwar verzeichnete das Gewerbe mit rund 4.000 Fällen die zweithöchste Anzahl an Insolvenzen in Deutschland, doch macht sich ein rückläufiger Trend bemerkbar. Die Wachstumsaussichten sind gut. Ökonomen des Kreditversicherers Euler Hermes prognostizieren für 2014 einen Zuwachs von +3,5 Prozent auf einen Gesamtumsatz von 285 Mrd. Euro.

„Das Wachstum resultiert fast ausschließlich aus dem Segment der privaten Häuslebauer“, sagt Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe. „Öffentliche Investitionen hinken derweil stark hinterher.“ Gründe für die starke Nachfrage seien neben einer positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am Standort D unter anderem Zinsen auf einem Rekordtief, niedrige Anforderungen an Eigenkapital bei der Finanzierung und eine geringe Arbeitslosigkeit.

Steigende Material- und Energiepreise indes machen den Bauunternehmen zu schaffen. „Die Zahlungsmoral in der Baubranche verbessert sich zunehmend, das Risiko eines Ausfalls bleibt dennoch hoch“, erklärt Thomas Krings, Risikovorstand bei Euler Hermes. „Wir rechnen 2014 mit drei Prozent weniger Insolvenzen und einem weiteren Rückgang von fünf Prozent im kommenden Jahr.“ Nur die Landwirtschaft hätte mit -24 Prozent bei den Insolvenzen eine noch stärkere Erholung zu verzeichnen.

Neben einer Immobilienblase stellt die von der Koalition diskutierte Mietpreisbremse das größte Risiko für künftiges Wachstum in der deutschen Bauindustrie dar. Nach Angaben von Euler Hermes haben die Immobilienpreise deutscher Metropolen in den letzten drei Jahren um mehr als sechs Prozent angezogen – das verfügbare Einkommen hingegen stieg nur um rund zwei Prozent. „Wir sehen derzeit zwar keine Immobilienblase, diese Kluft stellt jedoch ein Risiko für das Wachstum dar“, berichtet Krings. „Auch die von der Politik diskutierte Mietpreisbremse könnte zu einer Abschwächung des Booms führen. Niedrigere Mieten bedeuten automatisch sinkenden Profit für Investoren und damit einen geringeren Anreiz. Gerade in den Metropolregionen brauchen wir allerdings den privaten Neubau, um einen stärkeren Wohnungsnotstand zu vermeiden.“ (vwh)

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