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Cyberrisiken: Sicherheitslücke wegen Fachkräftemangel

27.04.2015 – Cyber_stockxchngDie Schadenquoten liegen netto nach Vertriebskosten bei Cyber längst nicht mehr bei 20 Prozent. Mittlerweile seien 70 Prozent die Regel, so Geoff White. Aufgrund präziser werdender Schadenerfahrung beobachtet er eine jährliche Ratenerosion von bis zu drei Prozent.

Beim Lloyd’s Meet the Market sah Geoff White, bei Barbican Syndicate 1955 der für Cyber, Technology und Media zuständige Underwriting Manager, wesentliche Wachstumschancen.

Die US Prämien seien von 815 Mio. Dollar in 2012 auf aktuell 3,5 Mrd. gestiegen, die im Vereinigten Königreich von 10 auf 100 Mio. Pfund. Zunehmend verlangten Banken, dass ihre Kunden derartige Deckungen aufweisen, um im Schadenfall kreditgefährdende Ergebnisschwankungen auszugleichen.

Verstärkt würden sich Berufsvereinigungen und Verbände nach Gruppendeckungen erkundigten. Für große Industriekunden sieht White eine Einbringung des Grundrisikos in eine Captive denkbar, die dann zusätzlich ihre Spitzenrisiken rückversichert.

Gedeckt werden könnten z.B. auch von Hackern geforderte Lösegelder im Fall von Cyber-Erpressung mittels Crypto-Lockern, speziellen Betriebsunterbrechungsschäden, durch Hacker verursachte Schäden an Hardware und sogar Reduzierungen des Markenwerts (Brand Value unter „Reputational Harm Cover“). Die Policen funktionieren auf Claims Made Basis.

Robin Kroha von HiSolutions – das Unternehmen arbeitet als IT-Sicherheits- und Cyber-Krisenmanager für mehrere Lloyd’s Syndikate – wies auf die erhebliche Exponiertheit von industriellen Steueranlagen hin. Es sei möglich, auf Remote-basis gar einen Hochofen zu zerstören oder in medizinische Anwendungen einzugreifen.

„95 Prozent der von uns untersuchten Systeme sind nicht sicher“, erklärt Kroha. Auch auf Risiken vernetzter Fahrzeuge wies er in diesem Zusammenhang hin.

Typische Schadenszenarien hier Denial of Service Attacks, Datendiebstahl und Erpressung. Für Unternehmen geht es um konkrete Schäden, Reputationsverluste, Haftung gegenüber geschädigten Dritten wie etwa Kreditkartengesellschaften sowie Meldepflichten und Bundesdatenschutzgesetz.

Angesichts des IT-Fachkräftemangels und zu hoher Vorhaltekosten für Eventualitäten scheuten Unternehmen die Risikovorsorge. Auch bei Vermittlern fehle meist noch das Risikobewusstsein, schließt der Experte. (cpt)

Bildquelle: Stockxchng

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