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Cybermobbing wird zur Zeitbombe

01.06.2016 – Cyberattacke, Hacker, Cyber - quelle GDVCybermobbing ist in Deutschland immer weiter auf dem Vormarsch. Allerdings wird die Problematik noch immer nicht ausreichend beachtet – weder durch eine entsprechende Prävention oder Bekämpfung. Auch die Anbieter von Social-Media-Plattformen werden dieser Verantwortung nicht gerecht. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Digital Risks Survey des Rechtsschutzversicherers Arag.

Am stärksten von Cybermobbing betroffen sind laut Arag vor allem jüngere Kinder. Demnach sei bereits jeder vierte Schüler in Deutschland mindestens einmal Opfer von Cybermobbing geworden. Zudem verzeichnen mehr als 30 Prozent der Schulen mindestens einen Fall pro Woche. Dabei reichen die Belastungen der Opfer von psychosomatischen Beschwerden bis hin zu Suizidversuchen.

Allerdings sei die Prävention in den untersuchten Ländern allenfalls mangelhaft, konstatiert der Rechtsschutzversicherer. So verfüge lediglich Großbritannien flächendeckend über entsprechende Aktionspläne an den Schulen. Norwegen hat bereits vor zehn Jahren eine Verpflichtung für Schulen zu einer entsprechenden Präventionsarbeit eingeführt. In den Niederlanden gibt es bereits seit einem Jahr entsprechende Aktionspläne.

Gleichzeitig konstatiert die Arag, dass die Opfer von Cybermobbing einerseits immer jünger werden. Andererseits sind auch immer mehr Erwachsene von diesem Thema betroffen. Die Auswirkungen sind laut Arag fatal: Durch Fehlzeiten von fünf bis sechs Tagen schätzen Experten die Schäden durch Businessmobbing und die Folgekosten für Krankheiten auf rund drei Mrd. Euro jährlich – mit wachsender Tendenz auch in Deutschland.

“Das Ergebnis ist erschreckend”, konstatiert Catarina Katzer, Leiterin des Instituts für Cyberpsychologie und Medienethik in Köln. “Cybermobbing droht zur Zeitbombe des Internets zu werden, weil nicht nur Kinder und Jugendliche diesem Phänomen hilflos ausgesetzt werden, sondern auch immer mehr Erwachsene Opfer von Cybermobbing werden.”

“Durch Cybermobbing und Cybergewalt werden Handlunngsmuster vermittelt, erlernt und angewendet, die auf eine systematische Verletzung von Persönlichkeitsrechten abzielen”, ergänzt Paul-Otto Faßbender, Vorstandsvorsitzender der Arag. (vwh/td)

Bildquelle: GDV

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