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Continentale Studie: Risiko Pflegebedürftigkeit – Unwissenheit verhindert Vorsorge

11.09.2014 – pfleger84 Prozent der Deutschen unter 60 Jahren fürchten nichts mehr als die Pflegebedürftigkeit. Wenn sie aber doch eintreten sollte, haben 83 Prozent die meiste Angst davor, ihre Angehörigen persönlich zu belasten. Den Kindern finanziell auf der Tasche zu liegen fürchten 76 Prozent. Damit rangiert das Thema Pflege unangefochten auf Platz eins der größten Sorgen der Deutschen, noch vor Krankheit, Altersarmut oder Arbeitslosigkeit. Dies ergab die repräsentative Bevölkerungsbefragung Continentale-Studie 2014.

Allerdings: Nur 3 Prozent haben eine private Pflegezusatzversicherung, obwohl sie die sinnvollste Absicherung für den Durchschnittsbürger darstellt. Eine paradoxe Situation, die auf einer Mischung aus Uninformiertheit und unangebrachtem Optimismus basiert, aber auch auf Informationslücken bei den Versicherungsvermittlern – so ein weiteres Ergebnis der Continentale-Studie 2014. Die Befragung in Zusammenarbeit mit TNS Infratest widmete sich nach 2007 und 2011 zum dritten Mal dem Thema Pflege. Fazit: Allen Bemühungen zum Trotz gibt es hier noch viel Aufklärungsbedarf.

Wenn sich Menschen nicht gegen ein Risiko versichern, das sie als bedrohlich empfinden, liegt meist eine Vermutung nahe: Sie empfinden den Versicherungsschutz als zu teuer. Auf den ersten Blick scheint diese These auch beim Thema Pflege zu greifen, denn 58 Prozent der 1.314 befragten Personen geben genau dies als Grund an. Allerdings spricht die Ausgabebereitschaft der Bevölkerung gegen diese Annahme: 74 Prozent sind bereit, mindestens 10 Euro im Monat für eine Pflegezusatzversicherung auszugeben, die Mehrheit würde bis zu 25 Euro bezahlen. Also ungefähr die Summe, ab der eine gute Absicherung auch möglich ist. Unter finanziellen Gesichtspunkten stünde selbst einem Top-Schutz nichts im Wege, denn 37 Prozent der Deutschen halten Ausgaben bis 50 Euro für angemessen, 13 Prozent bis 70 Euro. Und schließlich würden 8 Prozent sogar mehr als 75 Euro im Monat zahlen.

Diese im Rahmen der Continentale-Studie 2014 zusätzlich durchgeführte Befragung zeigt einen interessanten Punkt auf: Versicherungsvermittlern ist nicht bewusst, dass die Angst vor Pflegebedürftigkeit die größte Sorge der Deutschen ist. Sie vermuten in anderen Bereichen wie Krankheit, Altersarmut oder Arbeitslosigkeit wesentlich größere Ängste. Gerade bei den unter 40-Jährigen, für die angesichts des demografischen Wandels eine Absicherung am meisten zu empfehlen ist, liegen Vermittler in der Einschätzung ihrer Kunden am meisten daneben. Denn obwohl mindestens jeder zweite dieser Altersgruppe gerade vor Pflegebedürftigkeit die größte Angst hat, unterstellen Vermittler dies nur jedem sechsten. Und auch dass 60 Prozent hier den größten Vorsorgebedarf sehen, schätzen die Versicherungsvertreter falsch ein: Sie tippen auf nur 17 Prozent. (vwh)
Bild: Pfleger bei der Arbeit. (Quelle: Barmer GEK)

Link: Continentale Studie (PDF)

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