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Coface stuft Russland und Türkei ab

04.11.2014 – Coface-logoDie Länderbewertung für Russland wird auf C herabgestuft. Die Krise in der Ukraine hat das Wachstum deutlich beeinflusst, es dürfte 2014 bei null Prozent liegen. Die Länderbewertung der Türkei stuft Coface auf B herab.

Russlands Herabstufung begründet Coface mit nachlassenden Investitionen und rückläufigem Konsum. Darüber hinaus zeigten sich die Schwierigkeiten bei Investitionen bereits 2013 und spiegeln damit das mangelnde Vertrauen der russischen Marktteilnehmer in das Geschäftsklima wider. Ein deutlicher Beweis dafür sind die beträchtlichen Kapitalabflüsse aus Russland seit 2008. Auch berücksichtigt Coface in ihrer Bewertung die hohe Verschuldung russischer Unternehmen in Auslandswährungen. Der begrenzte Marktzugang aufgrund der aktuellen Sanktionen sowie der sinkende Rubelkurs führt bei Unternehmen im Laufe des nächsten Jahres zu erheblichen Rückzahlungen.

Während sich in der Türkei die Wirtschaftskraft stabil zeigt – Coface prognostiziert 3,3 Prozent für 2014 –, bleibt auf Unternehmensseite die Auslandsverschuldung hoch. Unternehmen sind daher einem erhöhten Fremdwährungsrisiko ausgesetzt sind. Die Lira hat sich als sehr volatil und empfindlich bei Veränderungen der Währungspolitik der Fed erwiesen. Auch die Zahlungserfahrungen von Coface mit türkischen Unternehmen haben sich deutlich verschlechtert. Auf politischer Ebene ist es sehr wahrscheinlich, dass die wachsenden Spannungen an den Ländergrenzen die innere Stabilität beeinflussen.

Venezuela ist nun auf D herabgestuft. Das Land rutschte in die Rezession (-2,5 Prozent) und Hyperinflation (64 Prozent im Jahr 2014), angeheizt durch Warenmangel und angesichts politischer und sozialer Spannungen. Das Risiko der Verstaatlichung und vor allem die Rationierung von Importen und die Kontrolle über Preise und Gewinnspannen werfen einen Schatten auf das sehr schwierige Geschäftsklima für Unternehmen.

Insgesamt ist die Weltwirtschaft in eine stetige, wenn auch langsame und uneinheitliche Erholungsphase eingetreten. Dass der Aufschwung nach der Krise mühsam ist, erklärt sich zum einen durch die hohe öffentliche und private Verschuldung, zum anderen durch die schwächere Dynamik des Kreditmarktes im Vergleich zur Vorkrisenzeit. Auch das neue Deflationsrisiko in der Eurozone und nachlassendes langfristiges Vertrauen der wirtschaftlichen Akteure spielen eine Rolle. Coface erwartet für 2014 nun ein weltweites Wachstum von 2,8 Prozent, ein Plus von 0,1 Prozent im Vergleich zu 2013. Die hochentwickelten Volkswirtschaften sind der wichtigste Motor dieses Aufschwungs.

Während die Wirtschaft der USA nach einem externen Schock im ersten Quartal wieder solides Wachstum aufweist – Coface erwartet für 2014 nun zwei Prozent –, zeigen sich in den Ländern der Eurozone deutliche Unterschiede. Aufgrund ungünstigerer Aussichten für Deutschland (1,6  Prozent), Frankreich (0,4 Prozent) und Italien (-0,2 Prozent) werden die Wachstumsprognosen leicht nach unten auf 0,9 Prozent korrigiert. In der Eurozone beobachtet Coface einen Vertrauensverlust der Wirtschaft im zweiten Quartal, der durch die Spannungen in der Ukraine und dem Deflationsrisiko noch weiter geschürt wird. (vwh)

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