Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Closed Shop Versicherungsindustrie – CEO meist Brancheninsider

09.10.2014 – russel_reynolds_screenshot_150Eine Studie des auf Vorstände spezialisierten Beratungshauses Russel Reynolds Associates hat das Rekrutierungsverfahren für CEOs während und nach der Finanzkrise untersucht. Danach wird diese Position in 65 Prozent der Fälle von Brancheninsidern besetzt. Weibliche Führungskräfte sind weiterhin Mangelware: Nur eine von 65 Spitzenpositionen sind in Frauenhand. Zudem erfordern die Themen Regulierung und Digitalisierung völlig neue Managertypen und Qualitäten.

Durch steigende regulatorische Anforderungen und das anhaltende Niedrigzinsumfeld hat die internationale Versicherungsindustrie in den vergangenen Jahren einen fundamentalen Veränderungsprozess durchlaufen und sich strukturell wie personell neu ausgerichtet. Bei dem heute amtierenden Führungspersonal setzen die verantwortlichen Aufsichtsräte allerdings weiter auf Managementnachwuchs aus den eigenen Reihen. Gleichzeitig werden die Vorstandsetagen der Versicherer immer internationaler. Auf Holdingebene haben 61 Prozent der neuen CEOs vor ihrem Sprung an die Spitze langjährige Auslandserfahrung in operativen Funktionen gesammelt. Eine Stufe darunter, in den Divisionen und Landesgesellschaften, weisen immerhin 56 Prozent der Topmanager eine internationale Karrierestation auf.

Ein weiteres Ergebnis: Aufsichtsräte definieren den langfristigen Aufbau geeigneter interner CEO-Kandidaten als zentrale strategische Aufgabe. Fällt die Wahl doch einmal auf einen branchenfremden Kandidaten, dienen Managementberatungen als größter Talentpool: Knapp jeder vierte der seit 2012 neu ernannten CEOs (24 Prozent) war vorher Partner in einer Unternehmensberatung. Daneben sind Erfahrungen in benachbarten Branchen gefragt: Auf Gruppenebene hatten acht Prozent – in den Tochterfirmen sogar elf Prozent – der CEOs im Laufe ihrer Karriere eine Führungsposition im Bankensektor inne.

In den vergangenen fünf Jahren ging es für die Versicherungsindustrie vor allem darum, das Geschäftsmodell erfolgreich neu auszurichten und Ergebnisse in einem margenschwachen Umfeld zu liefern. Künftig ermöglicht die rasante Digitalisierung der Geschäftsprozesse erhebliche Effizienz- und Produktivitätssteigerungen. Diese Potenziale kann aber nur heben, wer die digitalen Vertriebskanäle und Multi-Channel-Ansätze optimal mit den traditionellen Vertriebsstrukturen verknüpft. “Vor diesem Hintergrund werden wir vor allem Industrie-Leader sehen, die strategische und technologische Innovationen bei der Produktentwicklung und der Einführung neuer Vertriebsmodelle vorantreiben und implementieren”, so Matthias Oberholzer, Managing Director und Leiter der globalen Insurance Practice bei Russell Reynolds Associates..

Darüber hinaus beleuchtet die Analyse, was die Topperformer unter den Versicherungs-CEOs auszeichnet. Hier zeigt sich: 70 Prozent der überdurchschnittlich erfolgreichen Versicherer haben in der Finanzkrise 2008 und 2009 einen neuen Mann an der Spitze installiert. “Reine Schönwetterkapitäne sind in der Finanzkrise von Bord gegangen. Neu berufene CEOs müssen nun die Balance zwischen Restrukturierungs- und Prozessoptimierungsprogrammen auf der einen und strategischen Wachstumsprojekten auf der anderen Seite finden”, so Oberholzer weiter. Als weiteres Muster zeichnet sich ab: Auch eine internationale Karrierestation scheint einer Topperformance zuträglich zu sein. Schließlich verfügen 70 Prozent der besonders erfolgreichen Unternehmensführer über internationale Expertise. Zudem hatten die CEOs der besonders erfolgreichen Branchenvertreter vor dem Sprung an die Spitze überproportional häufig eine Führungsfunktion im Bereich Finanzen (60 Prozent) bzw. im Business Development (89 Prozent) oder im Risk Management bzw. Aktuariat (42 Prozent) inne. (vwh)

Link: Russel Reynolds Associates

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten