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China: Versicherer testen Produkte für P2P-Lendings

16.09.2014 – schanghai_shopping_heng_yanVon VWheute-China-Korrespondent Heng Yan.

Manche Chinesen haben inzwischen so viel Vermögen angehäuft, dass sie angesichts der niedrigen Sparzinsen es für sinnvoller betrachten, das Geld an andere private Personen auszuleihen. So sind in den letzten Jahren mehr als 1.100 P2P-Lending-Plattformen (P2P: Private Personen zu private Personen) entstanden.

Die Anzahl von den Personen, die das Geld zur Verfügung stellen und die das Geld ausleihen, beläuft sich zurzeit auf mehr als 600.000. Solche P2P-Lendings in China sind vergleichbar mit Prosper in den USA oder Zopa in UK. Doch ist die Quantität eine Seite, die Qualität eine andere. Berichten der Zeitung The Chinese Business zufolge sind in der ersten Hälfte 2014 schon mehr als 60 P2P-Lending-Plattformen pleite gegangen oder deren Betreiber mit dem Geld von den Geldgebern abgehauen. In Peking und Guangzhou haben drei Plattformen schon kurz nach Inbetriebnahme das Geld von Ausleihenden unterschlagen und sich aus dem Staub gemacht.

Das damit zusammenhängende neue Risiko eröffnet einigen chinesischen Versicherern offenbar wieder neue Geschäftsfelder. Anderseits sollen viele Geldausleihe-Plattformen die Versicherer aufgesucht haben, um einen Versicherungsschutz für das ausgeliehene Geld zu haben. So können die P2P-Lendings mindestens durch den Ausweis eines Versicherungsschutzes die Beteiligten beruhigen. Derzeit bieten nur sechs Versicherer wie der Sachversicherer der China Life, der Online-Versicherer Zhong An Versicherungen für die P2P-Lendings an. Viele Versicherer trauen sich wegen der abschreckenden Betrugsfälle und Insolvenzfälle erst gar nicht, in das Geschäft einzusteigen. Doch denken die mutigen Versicherer auch noch nach, im Zug der Versicherung für die P2P-Lendings deren Plattformen als neue Vertriebskanäle zu erschließen.

Das Thema “Peer to Peer” ist auch Gegenstand der Berichterstattung in der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazin Versicherungswirtschaft (Heft 9/2014). Darin loten die Autoren Volker Lüdemann, Thomas Zwack und Daniel Wenzel neue Geschäftspotenziale für Versicherer im Bereich der direkten Vermittlung von Dienstleistungen zwischen Privatpersonen aus.

“Die Chancen des Geschäftsmodells liegen auf der Hand, die Umsetzung ist weder kapitalintensiv noch schwierig. Die größte Gefahr für Versicherer besteht darin, den Trend zu spät zu erkennen und damit für das eigene Geschäft nicht nutzbar zu machen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich mit zunehmender digitaler Vernetzung immer mehr P2P-Modelle etablieren, welche die traditionellen Geschäftsmodelle der Branchengrößen in ihren Grundfesten erschüttern”, eröffnen die Autoren ihren Überblick. Der vollständige Beitrag ist unter beigefügtem Link bestellbar.

Bild: Eine Shoppingstrasse in Schanghai. (Quelle: hy)

Link: Versicherungswirtschaft (Heft 9/2014)

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