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China: Geldwäsche wird zum Problem in der Versicherungsbranche

22.01.2015 – circ_heng_yan_150Von VWheute-China-Korrespondent Heng Yan.

Im Zuge der von Präsident Xi Jinping initiierten Anti-Korruptionskampagne schenkt die Versicherungsaufsicht der Versicherungsbranche nun auch Aufmerksamkeit. Der Finanzaufseher hat geahnt, dass Versicherungen oder sogar Versicherungsunternehmen für Geldwäschezwecke genutzt werden. Jedoch ist der Begriff Geldwäsche in China sehr weit gefasst. Zum Beispiel kann eine Verschleierung des Geldes aus einer Schwarzkasse eines Unternehmens auch als Geldwäsche definiert werden.

Es ist bisher gängige Praxis, dass viele Unternehmen in China Teile des Unternehmensgewinns beiseite schaffen und in einer so genannten Schwarzkasse vorläufig parken. Irgendwann will man das Geld nutzen. Dann kommen verschiedene Methoden zum Einsatz, die die Herkunft legitimieren sollen. So berichtet die Zeitung Chinas Enterprise, dass ein Gericht in Südchina einen Fall behandelt, bei dem die Manager einer Firma umgerechnet mehr als 4,6 Mio. Euro aus der Schwarzkasse zum Kauf von Lebensversicherungen für Mitarbeiter verwendet hatten.

Außerdem gab es Fälle, bei denen das Geld aus einer Schwarzkasse als Startkapital zur Gründung einer Versicherungsgesellschaft eingesetzt wurde. Die Aufsichtsbehörde CIRC kennt inzwischen diesen Trick und nimmt das Kapital der neu gegründeten Versicherungsgesellschaften genau unter die Lupe. Nach eigenen Angaben hat CIRC 2013 ein Startkapitalvolumen von insgesamt etwa 94 Mio. Euro wegen des Verdachts auf Geldwäsche untersucht.

Zugleich hat die Behörde mehr als 10.000 Versicherungsmanager zum Thema Geldwäsche geschult. CIRC ordnete zudem an, dass über die an Geldwäsche beteiligten Manager ein Berufsverbot verhängt werden soll.

Bild: Die Versicherungsaufsichtsbehörde CIRC in Peking. (Quelle: Heng Yan)

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