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Chile: Lebensversicherung ist der Wachstumsmotor

15.09.2014 – rolf-engelhardt-150-herzVon VWheute-Spanien-Korrespondent Rolf Engelhardt.

Der chilenische Versicherungsmarkt konnte in 2013 kräftig zulegen. Sein Prämienvolumen stieg um 3,6 Prozent. Die Lebensversicherer konnten dabei mit einer Steigerungsrate von 5,2 Prozent erneut überproportional wachsen. Auf der Ertragsseite glänzten die Nichtlebensversicherer mit einem Gewinnsprung von 39,5 Prozent.

Der Versicherungsmarkt Chiles generiert weiterhin nachhaltiges Wachstum. Das teilt die lokale Aufsichtsbehörde für Wertpapiere und Versicherungen Superintendencia de Valores y Seguros (SVS) mit. Die Assekuranz erzielte danach in 2013 eine inflationsbereinigte Wachstumsrate von 3,6 Prozent auf 11,1 Mrd. US-Dollar. Das Wirtschaftswachstum erreichte in 2013 eine Höhe von 4,2 Prozent, nach 5,6 Prozent im vorhergehenden Jahr. Der private Verbrauch verlor mit einer Zuwachsrate von nur noch fünf Prozent spürbar an Dynamik, was auch die Geschäfte der Versicherer negativ beeinflusste.

Die beiden Teilsegmente Nichtlebensversicherung und Lebensversicherung haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr in vielerlei Hinsicht konträr entwickelt. Im Zeitraum von Januar bis Dezember 2013 legte die Lebensversicherung inflationsbereinigt um 5,2 Prozent zu und erreichte damit ein Prämienvolumen von 7,4 Mrd. Dollar. Dem steht eine Stagnation bei den Nichtlebensversicherern gegenüber. Sie konnten nur ein mageres Wachstum von 0,5 Prozent vermelden, womit sie Beitragseinnahmen in Höhe von 3,7 Mrd. Dollar erreichen. Die nachlassende gesamtwirtschaftliche Dynamik hat hier deutliche Spuren hinterlassen.

Den höchsten Prämienanteil innerhalb der Nichtlebensversicherung hat die Kraftfahrtversicherung mit 27,6 Prozent. Nach letzten Statistiken sind dabei lediglich 40 Prozent des chilenischen Fahrzeugparks überhaupt versichert. Es folgen die Erdbebenversicherung (20,6 Prozent) und die Feuerversicherung (10,8 Prozent). Bei der Lebensversicherung entfallen knapp zwei Drittel auf Altersvorsorgeprodukte, den so genannten Seguros Previsionales. Es folgen Versicherungen aus dem Segment Bancassurance (15 Prozent) und klassische Einzelpolicen (12,6 Prozent).

Umgekehrte Vorzeichen gelten bei der Ertragsentwicklung der Assekuranz in 2013. Die aggregierten Gewinne der Nichtlebensversicherer stiegen kräftig um 39,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 138,6 Mrd. Dollar. Entscheidend waren ein besseres Kapitalanlageergebnis und geringere Aufwendungen im Zusammenhang mit den technischen Reserven. Die Lebensversicherer hingegen mussten einen Gewinneinbruch um 40,7 Prozent auf 421 Mrd. Dollar hinnehmen. Wesentliche Faktoren waren hier höhere Kosten bei den Schadenaufwendungen und im Produktsegment der Leibrenten. Im Gegensatz zu den Nichtlebensversicherern mussten die Lebensversicherer zusätzlich ein rückläufiges Kapitalanlageergebnis ausweisen.

Die ausführliche Marktbetrachtung Engelhardts aus dem südamerikanischen Hotspot Chile ist in der neuen Ausgabe des Management- und Business Magazins Versicherungswirtschaft Heft 9/2014 erschienen.

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