Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Chancen und Risiken der Digitalisierung

12.06.2015 – App_Smartphone_Oleksiy_Mark_Fotolia_klWer sich mit den zukünftigen Trends und Erfolgsmodellen in der Versicherungswirtschaft beschäftigt, kommt an der Digitalisierung nicht vorbei. Dies zeigte einmal mehr das Aon Benfield Marktforum. Egal, ob es sich dabei um erfolgreiche Nischenstrategien für anspruchsvolle Kunden oder neue Technologien handelt, welche die Versicherungswelt und ihre Produkte auf den Kopf stellen könnten.

Ausgangspunkt ist immer der rasante Fortschritt bei der Nutzung der digitalen Medien. So wurden 2013 neun Mrd. Mobilgeräte mit dem Internet verbunden, 87 Prozent der Weltbevölkerung oder sechs Mrd. Menschen nutzen aktuell mobile Geräte, 90 Prozent des weltweiten Datenvolumens wurde in den letzten beiden Jahren kreiert und bis 2020 wird sich das weltweite Datenvolumen verfünfzigfachen, zeigte Jan-Oliver Thofern, Chairman & CEO Aon Benfield (DACH), auf.

Dabei werden insbesondere drei Technologien, die auf den ersten Blick gar nicht mit Versicherungen zu tun haben, wichtig werden, wie Christian Mumenthaler, CEO Reinsurance Swiss Re, deutlich machte. 3-D-Drucker, vor kurzem noch wahlweise für Spinnerei oder Utopie gehalten, sind mittlerweile in der Lage, nicht nur Schuhe zu drucken, sondern auch echte, bewohnbare Häuser. In China wurden jetzt die Außenwände von zehn Häusern in weniger als 24 Stunden mit haushohen Druckern aus einer Mischung von Beton und Recyclingmaterialien hergestellt.

Die Möglichkeiten dieser neuen Technologie seien riesig, stellte Mumenthaler fest – sie könnten dazu führen, dass auch menschliche Haut oder sogar Organe auf diese Weise hergestellt werden. Für die Versicherungswirtschaft ergeben sich dadurch ganz neue Risiken in Bezug auf die Produkthaftpflicht, die Ärztehaftpflicht oder die Frage der Haftung bei Produktrückrufen.

Eine weitere wichtige Technologien mit Auswirkungen auf die Versicherungsbranche könnte das autonome Fahren sein. Erste Ansätze gibt es hier bereits, sie könnten in absehbarer Zeit zu unserem Alltag gehören. Das würde die Haftung vom Fahrer auf das Produkt verschieben. Das Gleiche gilt für die mögliche Ausbreitung kognitiver Systeme mit ihrem dem menschlichen Wissen weit überlegenen Datenvolumen. Als Folge könnten personalisierte, bessere Versicherungsprodukte und –dienstleistungen auf den Markt kommen und der etablierten Versicherungswelt das Leben schwer machen – oder ihr neue Chancen eröffnen (siehe DOSSIER). (sgk)

Einen ausführlicheren Bericht über die Veranstaltung lesen Sie in der Juli-Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

Bildquelle: Mark Oleksiy / Fotolia

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten