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BVK: Offenlegung der Provisionen nicht verhinderbar

27.06.2014 – michael-heinz-2-150Versicherungsvermittler müssen künftig ihre Provisionen dem Kunden offenlegen. „Wir haben alle politischen Mittel in Bewegung gesetzt, doch wir werden das Gesetz ist nicht mehr verhindern“, sagte Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) anlässlich eines Vortrages auf der KVK-Messe des Maklerpools Fondsfinanz in Köln. Der Verband habe in 700 Briefen an alle Abgeordneten appelliert, ihren Einfluss geltend zu machen, um eine Korrektur des neuen Versicherungsrechts zu erreichen. Das sei vergebens gewesen.

„Das Gesetz wird regelrecht zum 1. Juli durchgepeitscht“, kritisierte Heinz. Es sei unausgegoren und überflüssig. Während die CDU auf der Seite des BVK stehe, werde die Provisionsoffenlegung von der SPD und den Grünen im Bundesrat „massiv befeuert.“ Heinz verwies darauf, dass es im vergangen Jahr nach dem Bericht des Berliner Versicherungsombudsmanns lediglich 260 Beschwerden über Versicherungsvermittler gegeben habe. „Und das bei Millionen von Vertragsabschlüssen“, so Heinz. Die Vermittlerbranche werde exemplarisch für die Exzesse einzelner, wie der Meag aus Kassel, bestraft. Dabei treffe gerade in diesem Fall die Versicherer die Schuld, die der Meag, um mehr Umsätze zu machen, Millionen von Euro gegeben hätten.

Heinz warf der Regierung und vor allem Heiko Maas (SPD), Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, vor, gar nicht an einer praktikablen Lösung interessiert zu sein. „Verbraucherschutz heißt für das Ministerium Honorarberatung“, so Heinz. Mit der Provisionsoffenlegung würden manche Vertriebswege wie der Bankenvertrieb bevorzugt. „Der Bankangestellte sagt doch, dass er gar keine Provision, sondern nur ein karges Gehalt bekommt. Von einem Bonus am Ende des Jahres spricht keiner.“ Fraglich sei auch, wie der Ausschließlichkeitsvertrieb Bürokostenzuschüsse oder die Übernahme von Lehrlingsgehältern offenlegen soll. Am Rande der Tagung wurde deutlich, dass sich vor allem Versicherungsmakler durch das neue Recht diskriminiert fühlen. Sie hätten eine ganz andere Kostenstruktur als beispielsweise die Ausschließlichkeitsvertreter. „Dabei arbeiten Versicherungsmakler für den Kunden. Im Gegensatz zum Einfirmenvertreter, der nur die Produkte seines Unternehmens verkaufen kann“, sagte eine Versicherungsmaklerin aus der Nähe von Köln.

BVK-Präsident Heinz befürchtet, dass mit der Provisionsoffenlegung Begehrlichkeiten bei den Kunden entstehen würden. „Dann heißt es nur noch bar auf die Tatze. Die Kunden möchten dann möglichst viel von der Provision abhaben“, so Heinz. Der BVK-Präsident forderte daher, dass der Gesetzgeber nun dafür sorgen müsste, dass allen Vertriebswegen alle Vergütungsmodelle offen stehen. Nach aktuellem Recht dürften Versicherungsmakler nur im gewerblichen Bereich gegen Honorar tätig werden. „Das machen wir schon seit zwei Jahren in unserem Betrieb“, so Heinz, der in Siegen einen Maklervertrieb führt. Nach Einschätzung des BVK-Präsidenten würde nun kein Weg mehr an der Honorarberatung vorbeiführen. Vor allem aufgrund der geplanten Haftungsverlängerung könne es günstiger sein, für das Beratungshonorar von 1.000 Euro drei Zahlungstermine zu vereinbaren, als zehn Jahre lang in Unsicherheit zu sein. Unklar sei, wie die Versicherer mit der Provisionsdeckelung umgehen würden. „Kosten senken heißt ja nicht automatisch, dass Provisionen oder Maklercourtage gesenkt werden.“ Die Unternehmen müssten nun sehen, wie sie mit ihren Vertriebsorganisationen neu verhandelten. „Möglicherweise müssen sie die Provisionen ratierlich auszahlen“, so Heinz. (usk)

Bild: Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) rechnet mit der Offenlegung von Provisionen. (Quelle: BVK)

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