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Buschfeuer führt zu 500 Millionen-Vergleich

18.07.2014 – Waldbrand_Siepmann_pixelioEin australisches Buschfeuer hat nach fünf Jahren zu einer Vergleichszahlung über 500 Mio. Australische Dollar für die Geschädigten und Angehörigen der Opfer geführt. Wohneigentümer hatten gegen den Stromversorger geklagt und wollten eine Mrd. Dollar erstreiten, da ein Blitz ein Stromkabel getroffen hatte, das seinerseits den Brand entfacht haben soll.

Im Fall der 2009er Buschfeuer “Black Saturday” bzw. “Kilmore East-Kinglake” endete eine Sammelklage der Eigentümer gegen Zahlung von 494,7 Mio. Dollar, ohne Anerkennung einer weitergehenden Haftung. Die Klage war 2012 gegen die privatisierte Stromversorgungsgesellschaft des Bundesstaats Victoria erhoben worden, SP AusNet. Die Kläger hatten SP AusNet vorgeworfen, die eigenen Kabel ungenügend unterhalten zu haben. Die Buschfeuer seien aufgrund von herabgefallenen Kabeln entstanden. Es war ihnen sogar gelungen einen zwei Kilometer langen wohl ursächlichen Kabelabschnitt zu identifizieren. In erster Linie war zwar ein Blitzschlag der Auslöser gewesen, jedoch hätte, so die Kläger, SP AusNet dafür sorgen müssen, dass sich der Strom automatisch sofort abstellte ohne das ausgedörrte Buschland in Brand zu setzen. Die Brände hatten 119 Personen das Leben gekostet, 1.200 Häuser zerstört und einen Schaden von einer Mrd. Dollar angerichtet.

Von der Vergleichssumme trägt SP AusNet lediglich 378,6 Mio. Dollar. Mitverklagt worden waren die für die Kabelunterhaltung zuständige Utility Services Corporation Limited sowie die für die elektrische Überlast verantwortliche Department of Sustainability and Environment (DSE). Weitere Gerichtsbeschlüsse sind nun erforderlich, um festzulegen in welcher Weise die Ersatzsumme auf die Tausenden von Geschädigten aufzuteilen ist. Denkbar erscheint, dass auch Gebäudeversicherer im Wege des Anspruchsübergangs partizipieren könnten.

SP AusNet war 1995 durch die Regierung des damaligen Premiers Jeff Kennett privatisiert worden. Um Investoren die Aktien schmackhafter zu machen, hatte die Regierung konzediert, sie werde die Gesellschaft von allen Haftpflichtfällen oberhalb von 100 Mio. Dollar freistellen. Es sieht also so aus, als treffe der jetzt festgestellte Schaden den Staat Victoria als eine Art XS- oder Layer-Versicherer. SP AusNet weist darauf hin, man sei zu 100 Prozent versichert gewesen. (cpt)

Foto: Der australische Buschbrand vom Schwarzen Samstag hat 119 Menschen das Leben gekostet. (Quelle: Siepmann/ pixelio)

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