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Bundesbank-Studie: Gefahr von Stornorisiko überbewertet

25.08.2015 – Russ_vhwDie Zahlen der Bundesbank-Studie zum Stornorisiko nach Zinsanstieg sind mit sehr großer Vorsicht zu genießen, erklärt Jochen Ruß vom Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften in Ulm. Insbesondere sei das systemische Risiko eines “Run” auf Versicherungen in der Praxis deutlich geringer als im verwendeten Modell, “weil in der Praxis Storno eben gerade nicht für alle Kunden zum gleichen Zeitpunkt vorteilhaft ist.” Über die Sinnhaftigkeit des Paragrafen 169 des Versicherungsvertragsgesetzes könne durchaus nachgedacht werden.

Das Diskussionspapier der Deutschen Bundesbank greife ein überaus wichtiges Thema auf. “Unseres Erachtens wäre es primär wünschenswert, den Fokus der Diskussion auf die Ursache dieses Problems – die Ausgestaltung des §169 VVG – zu lenken, zumal das Problem durch eine sinnvolle, d.h. für Kunden und Versicherer faire, Definition garantierter Rückkaufswerte zu beheben wäre”, so Jochen Ruß in einer Pressemitteilung des Ifa-Instituts.

In der Realität wäre demnach Storno nicht für jeden Kunden zum gleichen Zeitpunkt sinnvoll, sondern insbesondere abhängig von Garantiezins, Restlaufzeit, Schlussüberschusssystem und Kostensituation des Vertrags. “Weil Storno nicht für alle Kunden zum gleichen Zeitpunkt vorteilhaft ist, ist in der Praxis das systemische Risiko eines “Run” auf Versicherungen deutlich geringer als im verwendeten Modell. Ohne deutlich aufwändigere Analysen würden sich laut Ifa-Statement keine belastbaren Zahlen bestimmen lassen. (vwh/ku)

Bild: Ifa-Geschäftsführer Jochen Ruß. (Quelle: vwh)

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