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Bonus beim Kfz-Tarif gegen weniger Datenschutz

24.06.2015 – Telematik_helensouza_pixelio.de43 Prozent der Deutschen sind bereit, die eigene Fahrweise von ihrem Versicherer mittels Telematikboxen überwachen zu lassen, das ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage von CreditPlus. Hauptgrund ist ein günstigerer Tarif, dahinter folgt die Hoffnung, spritsparender zu fahren. Von zunehmendem Interesse ist die intelligente Vernetzung von Smartphones und Bordelektronik.

Aufgrund der geltenden Datenschutzregeln halten sich die meisten Versicherer in Deutschland bei der Einführung dieser Technik noch zurück. Zu groß seien die Bedenken der Deutschen gegenüber einer Black Box, die Daten über das individuelle Fahrverhalten sammelt. Laut einer aktuellen Studie der CreditPlus Bank teilen knapp die Hälfte der Deutschen diese Sorgen jedoch nicht und würden von ihrem Versicherer eine Telematikbox in ihr Auto einbauen lassen.

Als Gegenleistung fordern 70 Prozent der Befürworter eine günstigere Police. Weitere 28 Prozent der Telematikfans erhoffen sich Tipps für spritsparendes Fahren. Jeder Fünfte befürwortet grundsätzlich alle Formen der Datenvernetzung. Auf der anderen Seite lehnen 48 Prozent der Befragten Telematiklösungen aus Datenschutzgründen weiterhin ab.

“Die Verbraucher sehen in den modernen Vernetzungstechniken zunehmend Vorteile. Das wird Datenschutzbedenken mittelfristig in den Hintergrund rücken – vor allem dann, wenn die beteiligten Unternehmen seriöse und transparente Lösungen anbieten”, sagt Jan W. Wagner, Vorstandsvorsitzender der CreditPlus Bank.

Sowohl der Kfz-Branchenprimus Huk-Coburg als auch die Allianz haben angekündigt, Telematik-Tarife im kommenden Jahr anzubieten. Im Ausland werden solche “Pay as you drive”-Modelle seit Jahren eingesetzt, unter anderem bietet die Allianz solche Fahrstil-Rabatte in Italien an.

Die Studie zeigt ferner eine zunehmende Nachfrage der Autofahrer nach cleveren Lösungen der Datenverarbeitung und Vernetzung. 44 Prozent der Autofahrer sind demnach bereit, für elektronische Sicherheitssysteme beim Autokauf mehr Geld in die Hand zu nehmen – sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Bereits für jeden vierten Autofahrer ist eine intelligente Vernetzung von Smartphones und Bordelektronik eine wichtige Zusatzfunktion. “Zählten beim Autokauf früher Ledersitze und die PS unter der Motorhaube, stehen mittlerweile vor allem moderne Techniken zur Datenverarbeitung bei den Autokäufern hoch im Kurs”, erklärt Wagner. (vwh/dg)

Bildquelle: Helen Souza / pixelio.de

bestellen_vwhEinen vollständige Überblick über die Rolle des Datenschutzes bei Telematik-Tarifen liefert Frank Borsetzky,  in Value – Vom Wert der Mobilität 03/14. (Einzelbeitrag zu 3,81 Euro)

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