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Blick in die Schweiz: Wachstumsbranche Regulierung

28.11.2014 – Berger_Mobilar“Die Regulierung ist die am stärksten wachsende Branche in der Schweiz”, sagt Urs Berger, Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbandes. Das erklärte er vor dem Hintergrund, dass die Schweizer Branche aktuell mit der Regulierung zufrieden ist, sich aber mit Blick auf Solvency II vor hohen Kosten sorgt.

In der Schweiz werden Qualität und Umsetzung der Regulierung insgesamt besser beurteilt als diejenige in Deutschland und Österreich. So wird das risikoorientierte Aufsichtskonzept der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma von den Versicherern als wegweisend beurteilt und zur konsequenten Weiterentwicklung empfohlen. Eine wissenschaftliche Umfrage unter Schweizer Versicherern hat Urs Berger gestern beim Schweizer Insurance Forum angeführt.

Regulierung im Vergleich
(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Die Zufriedenheit mit der Regulierung ist im Vergleich in der Schweiz am höchsten (Quelle: IVW St. Gallen)

Ein zentrales Thema des Mobilar-Chefs und Präsidenten des Schweizer Versicherungsverbandes: Welche Handlungsoptionen bestehen bei der Regulierung? Oberstes Ziel sollte die Reduzierung von Komplexität sein. Die Wettbewerbsfähigkeit sollte unbedingt erhalten bleiben: “Same business, same risk, same regulation”, lautet hier der Standpunkt von Berger.

Nach intensiver Vorbereitungszeit, strukturellen Änderungen der europäischen Aufsichtsbehörden, Kompetenzgerangel und hoher Einflussnahme von Organisationen, die eigentlich nur Leitlinien definieren sollten, steht mit Solvency II ein Regularium unmittelbar vor der Vollendung, das künftig Versicherte durch mehr Transparenz besser schützt, die optimale Kapital-Allokation ermöglicht und auf internationaler, zumindest auf europäischer Ebene für eine kohärente Rechtsauslegung sorgt. Die Kehrseite ist ein enorm hoher zusätzlicher administrativer Aufwand.

Bei der Kalibrierung des genauen Anspruchs ist den Schweizer Versicherern aber wichtig, dass man nicht über das Ziel hinausschießt, was jüngst Martin Strobel, CEO Baloise Group, festgestellt hatte: “Die Äquivalenz – und damit die gleich langen Spieße – zum europäischen Standard ist entscheidend, um unsere Wettbewerbsfähigkeit im Ausland zu erhalten.”

Regulierung in der Schweiz
(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Auf einen Blick – Aufsicht, Steuern, Konsumentenschutz und Finanzstabilität (Quelle: IVW St. Gallen)

Und genau an dieser Stelle mahnt SVV-Präsident Berger an, die Nutzen und Kosten abzuwägen. Die Regulierung wandle auf dem Grat zwischen Konsumentenschutz und Wettbewerbsfähigkeit. Er führt die sogenannte Arbeitsgruppe Brunetti des Bundesrates an, die in Untergruppen Themen wie Marktzutritt, Steuerliches Umfeld für Finanzgeschäfte, Volkswirtschaftliche Risiken sowie den Regulierungsprozess und deren Umsetzung behandelt. Ende des Jahres wird hier ein abschließender Bericht erwartet. (vwh/ku)

Bild: Urs Berger, Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbandes, Verwaltungsratspräsident Schweizerische Mobilar (Quelle: Mobilar)

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