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Blick auf die Börse: Turbulente Zeiten auf dem Parkett

29.06.2015 – Boerse_Cornerstone_pixelioGute Nerven sind derzeit gefragt, denn die Aktienhändler auf dem Frankfurter Börsenparkett erleben angesichts des griechischen Schuldendramas turbulente Zeiten. Nach den gescheiterten Verhandlungen mit der Eurogruppe droht dem Land die Staatspleite: Analysten sehen eine dramatische Handelswoche voraus. Ein Kursrutsch von 300 bis 400 Punkten zum Wochenbeginn sei möglich.

Noch am vergangenen Freitag machte sich noch Hoffnung breit auf eine Einigung um Schuldenstreit. Diese erwies sich aber letztlich als trügerisch. “Mit dieser Entwicklung hatte der Markt nicht gerechnet”, meint NordLB-Aktienstratege Tobias Basse laut ARD. Diese habe die “Anleger auf dem falschen Fuß” erwischt. Seine Prognose: “Der Dax wird am Montag mindestens 300 bis 400 Punkte tiefer eröffnen”, orakelt der Experte. Alles weitere hänge von der Nachrichtenlage ab.

Die Augen richten sich nun auf die Europäische Zentralbank (EZB). Marktanalyst Giuseppe Amato von Lang & Schwarz geht davon aus, dass die EZB “die griechischen Geschäftsbanken voraussichtlich bis zum Referendum am 5. Juli mit Notfall-Krediten über Wasser halten” wird. Ansonsten “ist das Spiel zu Ende”.

Dennoch sind die Analysten angesichts der Endlos-Schleife um den griechischen Pleitegeier bereits um jede Ablenkung dankbar. “Es gibt mehr als Griechenland”, wagt Marktstrategin Sarah Brylewski vom Handelshaus Ayondo den Blick über das Thema der Stunde hinaus. Investoren seien dabei um jede Ablenkung dankbar.

Diese nutzen derzeit gerne neue Impulse: dazu zählt unter anderem ein jüngst erwartetes Übernahmeangebot für den Dax-Wert K+S durch den Wettbewerber Potash. Das Dilemma: “Für einen weiteren Sprung Richtung 12.000 Punkte ist die Ungewissheit wegen Griechenland zu groß, für einen Rücksetzer unter 11.000 Zähler die Bewertung vieler Aktien einfach zu attraktiv. Speziell im Vergleich zum Anleihemarkt”, ergänzt Brylewski.

So rücken also wieder die Makrodaten aus den USA wieder in den Blick der Börsenanalysten, kommentiert Chefstratege Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank das Geschehen. Im Fokus dieser Woche: der Arbeitsmarkt mit den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Zudem stößt der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe auf ein besonderes Interesse.

Auch die Marktdaten aus Asien könnten in dieser Woche einen Einfluss auf das deutsche Börsenbarometer ausüben. Hier dreht es sich vor allem um die Frage, ob sich die Konjunkturdaten in China nach positiven Signalen eines Einkaufsmanagerindex weiter stabilisieren werden. Ebenfalls im Blick: die Marktdaten aus Japan.

“Von der Unternehmensseite bleibt es sowieso ruhig”, meint der Commerzbank-Experte. Hier werde erst zur Monatsmitte mit den neuen Quartalszahlen neue Relevanz für das Börsenbarometer aufkommen. (vwh/td)

Bild: Bulle und Bär (Quelle: Corsnerstone / pixelio.de)

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