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Blick auf die Börse: Turbulent und kaum mehr objektiv

22.06.2015 – DAX_Thomas_RichterAuch institutionelle Anleger machen sich auf weitere turbulente Tage gefasst. Denn beim heutigen Griechenland-Gipfel sollen die Weichen gestellt werden für die Zukunft Europas mit oder ohne Hellas. Die Experten rechnen zwar nicht mit einem abrupten Ende der Hängepartie, ein Grexit, verliert aber offensichtlich mehr und mehr an Schrecken.

“Wir haben schon vor dem Euro einen gemeinsamen Binnenmarkt und eine Zollunion gehabt, das wird auch fantastisch weiter funktionieren”, erklärte gestern Wirtschaftswissenschaftler Hanno Beck im Deutschlandfunk mit Blick auf einen Grexit. Und der sei keineswegs in Stein gemeißelt.

Sollte es dann innerhalb kurzer Zeit doch noch zu einer Einigung kommen, wäre dieser Prozess laut Beck wieder umkehrbar: “Es wird nur eine Parallelwährung in Umlauf gesetzt und damit eine Weile bezahlt. Und wenn Griechenland wieder liquide ist, wird der Euro wieder in Umlauf gesetzt.”

Objektive Beurteilungen seien aktuell kaum mehr möglich, schränkt Marktexperte Sascha Rehbein von der Weberbank ein. Denn, so betonte er gegenüber der dpa, Ultimaten verstrichen folgenlos und Verhandlungsfortschritte blieben aus. “Somit können wir eine weitere Eskalation der Lage, zum Beispiel Kapitalverkehrskontrollen analog zu Zypern, nicht mehr ausschließen.”

Aktuell gerät hier das Sparvermögen des griechischen Reeders Viktor Restis ins Visier. So soll er rund 126 Mrd. Euro in Deutschland verwalten – das Geld soll er rechtzeitig vor der Krise außer Landes geschafft haben – am Fiskus vorbei.

Der “Lift-off” in USA lässt weiter auf sich warten. Fed-Chefin Janet Yellen beließ den Leitzins nahe Null. Ob die Zinswende tatsächlich bis September kommt, lässt sie genauso offen wie auch die Höhe der weiteren Schritte.

Der Dax verlor seit 10. Juni knapp 300 Punkte, hat sich vorerst aber bei über 11.000 Punkten stabilisiert. “Die Schwäche nutzen und ruhig einmal nachkaufen”, rufen einzelne Experten den Anlegern schon zu. (vwh/ku)

Bildquelle: Thomas Richter

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