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Blick auf die Börse: Unsicherheit dank Hexensabbat und Athen

15.06.2015 – Boerse_Cornerstone_pixelioDer schier endlos scheinende Poker um die griechischen Staatsschulden hält auch in dieser Woche die Händler auf dem Börsenparkett in Atem. Denn die permanente Zuversicht verschleiert die eigentliche Misere: Athen will nicht an Kernthemen wie Renten und Löhne ran, während die Geldgeber langsam die Geduld verlieren. Für zusätzliche Unsicherheit sorgt zudem der bevorstehende Hexensabbat.

“Es ist beeindruckend, mit welcher Hartnäckigkeit Griechenland Reformen verweigert”, meint Marktexpertin Claudia Windt von der Landesbank Helaba. Diese gehe nicht nur zu Lasten eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums. Auch die Gläubiger müssten sich langsam darauf einstellen, Griechenland langfristig zu alimentieren. Auf welch dünnem Eis diese Kalkulation steht, zeigte unlängst der Abbruch der Verhandlungen durch den Internationalen Währungsfonds (IWF).

So scheint das Dauergezerre um Griechenland die eigentlichen Wirtschaftsthemen weiterhin in den Hintergrund – obwohl diese Woche mit reichlich gespickt mit Konjunkturnachrichten sein wird, denn die Unternehmensnachrichten sind eher rar gesäht. Mit besonderem Interesse blicken die Börsianer daher vor allem in den USA, wo bereits heute wichtige Daten zur Industrieproduktion im Mai veröffentlicht werden. Weiter geht es im Reigen dann mit den Konsumentenpreisen, aber auch dem Philly-Fed-Index und den Frühindikatoren. In Deutschland wartet zudem am Dienstag der ZEW mit neuen Konjunkturdaten auf.

Das besondere Augenmerk mit Blick über den Atlantik dürfte jedoch am Mittwoch auf Fed-Chefin Janet Yellen fallen, wenn diese sich nach der Zinssitzung der US-Notenbank äußern wird. Denn schon lange schauen die Märkte wie das Kaninchen auf die Schlange, wann endlich der Startschuss fallen wird. “Es verdichten sich die Hinweise, dass die US-Wirtschaft im zweiten Quartal wieder spürbar anzieht”, erklärt Windt.

Von Unternehmensseite dürften das Augenmerk am Dienstag auf den Auto-Zulassungszahlen des Branchenverbandes ACEA für Mai liegen. Auch die Flugzeugbauer rücken angesichts der heute beginnenden Luftfahrtausstellung in Le Bourget wieder ins Blickfeld der Börsianer. Von besonderem Interesse dürfte zudem Airbus sein: Nach den Rekordaufträgen der vergangenen Jahre dürften die Auftragsbücher in diesem Jahr nicht ganz so prall gefühlt sein, erwartet Citigroup-Analyst Jason Gursky. Interessant aus Versicherersicht dürften diese Woche zudem die Zahlen des Rechtsschutzversicherers Arag sein.

Den krönenden Abschluss der Börsenwoche dürfte dann der große Hexensabbat liefern, wenn an den Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktien und Aktien-Indizes verfallen und die Aktienhändler die Kurse tanzen lassen. (vwh/td)

Bildquelle: Cornerstone / pixelio.de

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