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Blick auf die Börse: Geht die Dax-Rallye weiter?

16.03.2015 – Boerse_Cornerstone_pixelio“Die Kurse steigen, hoch, höher, und noch höher”, brachte Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba den aktuellen Trend deutschen Aktienbarometer auf den Punkt. Und der Trend scheint sich in dieser Woche fortzusetzen – losgelöst von den Sorgen um Griechenland und den Zeitpunkt der Zinswende in den USA.

Für Commerzbank-Analyst Markus Wallner steht jedenfalls fest, dass die niedrigen Zinsen, der für den Export erfreulich schwache Euro und die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) den Haupttreiber für den aktuellen Höhenflug des deutschen Leitindex.

Angesichts eines Kursanstiegs um 20 Prozent mehren sich allerdings auch die skeptischen Stimmen. “Die Kursrallye am Aktienmarkt ist nicht mehr gesund”, mahnte unlängst Christian Kahler, Analyst der DZ Bank gelöst. So hätten sich die Bewertungen der Märkte von den zugrunde liegenden Fundamentaldaten gelöst und gingen nun in Richtung einer neuen spekulativen Übertreibung.

Offen sei auch, ob die Währungshüter der EZB mit ihrer Geldpolitik tatsächlich die Wirtschaft ankurbeln können. “Spektisch stimmt die Tatsache, dass die bereits seit geraumer Zeit sehr niedrigen langfristigen Zinsniveaus bisher nicht zu einer nachhaltigen Belebung der Investitionen geführt haben”, bemerkte Helaba-Analyst Johannes Jander.

“Die Chancen sind gut, dass der Dax die 12.000er Marke knackt”, sagte NordLB-Stratege Tobias Basse. Allerdings sei das Kursniveau schon sehr hoch. Eine mögliche Straffung der US-Geldpolitik und eine Eskalation des Streits um die griechischen Schulden dürften die Anleger auf Dauer aber nicht kalt lassen, so Basse.

Vor allem die Fed könnte nämlich den Optimisten nach Ansicht des Marktbeobachters Daniel Saurenz dem Aktienmarkt einen Dämpfer verpassen. Aktuell berücksichtigen die Aktienkurse bereits jede kleine Anhebung. Ob diese allerdings komme, sei völlig offen. Falle die Zinswende aus oder werde verschoben, wäre dies “nach der jüngsten Logik das Ende der Dax Rallye”, prognostiziert Saurenz.

Entspannter auf die Situation blickt dagegen Nicolas Simar, Leiter der Equity Value Boutique von ING Investment Management auf die aktuellen Kursentwicklungen. “Die europäischen Aktienkurse spiegeln das QE-Programm der EZB noch nicht in vollem Umfang wider”, so dessen Einschätzung. Die bessere Konjunktur dürfte auch die Gewinnspannen der Unternehmen weiter treiben, für Dividenden sei dies günstig.

Neben den Notenbanken dürften bereits heute noch einige Konjunkturdaten den Aktienmarkt beeinflussen. So veröffentlicht die Commerzbank die Daten zur Industrieproduktion im Februar. Hinzu kommen der NAHB-Hausmarktindex und der Empire-State-Index. Zudem dürfte neben der Fed-Sitzung am Dienstag auch die Zinsentscheidung der Schweizer Notenbank (SNB) am Donnerstag von Interesse sein.

Zudem veröffentlicht Linde zu Wochenbeginn seine Geschäftszahlen. Experten gehen davon aus, dass die Kosten für den Konzernumbau das Ergebnis drücken werden. Am Mittwoch berichten dann der Chemikalienhändler Brenntag sowie der Automobilkonzern BMW über das Geschäftsjahr 2014. Einen Tag später folgen der Motorenhersteller Deutz, der Baustoffproduzent HedelbergCement und der Flughafenbetreiber Fraport, während SAP am Freitag seine Geschäftszahlen vorlegt. (vwh/td)

Bildquelle: Cornerstone / pixelio.de

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