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Blick auf die Börse: Dax im Schatten der Notenbanken

07.12.2015 – Boerse_by_Thorben Wengert_pixelio.deDie vorweihnachtliche Stimmung auf dem Frankfurter Börsenparkett scheint dieser Tage alles andere als besinnlich. Löste die EZB mit ihren jüngsten geldpolitischen Entscheidungen ein wahres Börsenbeben aus, drohen dem Dax in dieser Woche weitere Verluste. Der Grund: die Zinsentscheidung der Fed. Denn die Wahrscheinlichkeit einer Zinswende in den USA noch in diesem Monat steigt weiter.

Ein potenzieller Grund für die Anhebung des Leitzinses in den USA liegt vor allem im derzeit brummenden Arbeitsmarkt. Demnach sind in den Vereinigten Staaten allein im November über 200.000 neue Stellen geschaffen worden – mehr als von Experten eigentlich vorausgesagt.

So hatte Notenbankchefin Janet Yellen hat die Märkte bereits seit Wochen darauf eingestimmt, dass es auf der nächsten Fed-Sitzung am 16. Dezember so weit sein könnte. Erst am Donnerstagabend betonte Fed-Chefin, dass 100.000 neuen Stellen pro Monat den demografisch bedingten Anstieg der Zahl der Arbeitssuchenden durchaus aufzufangen könnten.

Ein gut ausgefallener Arbeitsmarktbericht jenseits des Atlantiks “macht den Weg für eine Zinsanhebung frei”, prognostiziert Volkswirt Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank laut dpa. “Der Tisch ist gedeckt, jetzt muss die US-Notenbank servieren”, so der Experte.

Dennoch sei der jüngste Kurseinbruch um mehr als drei Prozent “zu hoch, um weiter an einen ungestörten Verlauf des Aufwärtstrends glauben zu können”, meint Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. “Erfahrungen mit vergleichbaren Rückschlägen zeigen, dass das untere Ende vermutlich noch nicht erreicht ist”, glaubt Wenner, der einer Stabilisierung des deutschen Leitindex bei etwa 10.500 Punkten prognostiziert.

Allerdings glaubt manch Börsenexperte auch weiterhin an die “relative Attraktivität der Anlageklasse Aktien”, so eine aktuelle Studie der WGZ-Bank. Analyst Alexander Lukas von der Weberbank sieht für Besitzer hiesiger Dividendenpapiere daher “keinen Anlass zur Beunruhigung”.

Gravierendere Folgen könnte die EZB-Entscheidung hingegen nach Ansicht führender Ökonomen für deutsche Beschäftigte haben. Demnach könnte manch Arbeitnehmer dadurch gezwungen sein, über das reguläre Renteneintrittsalter von 67 Jahren hinaus zu arbeiten. “Es ist realistisch, dass viele bis 70 arbeiten müssen”, glaubt Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater gegenüber der Bild.

Auch Clemens Fuest, Präsident des Europäischen Zentrums für Wirtschaftsforschung (ZEW), befürchtet aufgrund der Nullzinspolitik der EZB einen deutlich späteren Renteneintritt für Millionen Beschäftigte, “weil es immer schwerer wird, ausreichend vorzusorgen”.

Im Schatten der Notenbanken richtet sich der Blick der Börsianer in dieser Woche auch auf die Konjunktur. Am Freitag sorgen vor allem die US-Daten zum Einzelhandel im November für besondere Aufmerksamkeit – gilt der Konsum bekanntlich als wichtigste Stütze der US-Konjunktur. Wichtige Konjunkturdaten gibt es auch aus China, darunter zum Arbeitsmarkt, den Verbraucherpreisen sowie zur Industrieproduktion und zum Einzelhandelsumsatz.

Von Unternehmensseite dürften vor allem die Geschäftszahlen von ThyssenKrupp und Merck, dem Lampenhersteller Osram oder der spanische Inditex, dem weltgrößte Modehersteller und Händler, im Blick der Frankfurter Aktienhändler stehen. (vwh/td)

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