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Blick auf die Börse: Auftakt der Berichtsaison, Grexit und Ankauf von Staatsanleihen

12.01.2015 – Boerse_Cornerstone_pixelioWeiterhin starke Kursschwankungen sagen Experten für die kommende Börsenwoche voraus. Die Sorgen um den Grexit sind mittlerweile etwas in den Hintergrund gerückt. Andeutungen Richtung Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB werden konkreter. Erste Unternehmenszahlen werden zeigen, ob die aktuellen Aktien-Bewertungen gerechtfertigt sind.

Traditionell markiert Alcoa, ein nahmafter US-Aluminiumkonzern, heute den Auftakt zur Berichtssaison. Deutsche Schwergewichte wie Continental und SAP werden wohl auch Einblick in ihre Bücher geben. Erwartet werden auch die Ergebnisse aus dem Weihnachtsgeschäft vom Handelskonzern Metro – hier spielt der Absatzmarkt Russland keine unbedeutende Rolle.

Natürlich wäre ein Euro-Ausstieg Griechenlands, genannt „Grexit”, nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Spannung hin zu den griechischen Parlamentswahlen am 25. Januar beginnt sich wieder aufzubauen. Der DAX war – trotz oder wegen der Ankündigung, dass ein Ausstieg Griechenlands für die Währungsgemeinschaft zu verkraften ist – um drei Prozent eingebrochen, der Euro markierte am vergangene Woche mit 1,183 US-Dollar sogar ein neues Neun-Jahres-Tief. Auf Sinkflug gingen auch griechische Staatsanleihen, die allesamt auf neue Zwölf-Monats-Tiefs abgesackt sind. Indes meldet eine griechische Sonntagszeitung, dass Deutschland den Griechen noch Geld schulden könnte. Es geht um umgerechnet elf Milliarden Euro aus dem zweiten Weltkrieg.

Eine Rückkehr Griechenlands zur Drachme indes würde die deutschen Versicherungsgesellschaften nach Informationen des Tagesspiegels kaum treffen. “Wir haben gar keine Staatsanleihen von Griechenland”, sagte eine Sprecherin der weltgrößten Rückversicherung Munich Re. Auch die Allianz hat von ihren Kapitalanlagen, die sich auf 600 Milliarden Euro summieren, “so gut wie keine” Investitionen in griechischen Staatsanleihen, hieß es auf Anfrage.

Auch beim Versicherungsverband GDV gibt man Entwarnung: “Das Volumen ist für uns kaum messbar”, zitiert der Tagesspiegel einen GDV-Sprecher.

“So wie Goethes Zauberlehrling hat auch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, mit seiner Geldpolitik Geister heraufbeschworen, die er nicht mehr so schnell losbekommt”, sagt Klaus Stopp, stellvertretender Leiter Rentenhandel der Baader Bank: “Entsprechend steigt mit der zunehmend sinkenden Inflationsrate inzwischen die Wahrscheinlichkeit, dass im Zuge der anstehenden geldpolitischen Entscheidungen bereits am 22. Januar der Ankauf von Staatsanleihen beschlossen wird.” Andeutungen von Notenbankern entnimmt der Anleihenverkäufer, dass sich das Ankaufsvolumen bei mindestens 400 Mrd. bewegen könnte.

Kai Konrad, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums, kritisiert in der Welt am Sonntag: “Mittel- und langfristig gefährdet die EZB damit aber den Euro und opfert sich am Ende selbst.”

(vwh/ku)

Bildquelle: Cornerstone/ pixelio

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