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Blick auf die Börse: Brezession – perfekt, um einzusteigen

27.06.2016 – Queen Pfund by Andreas Hermsdorf_pixelio.deEin Weltuntergang sieht anders aus. Der “Footsie” schloss 3,2 Prozent niedriger, beim Dow-Jones-Index betrug das Minus am Freitag lediglich 3,4 Prozent. Die Unsicherheit nach dem Ja der Briten zum EU-Ausstieg werde laut Experten schrittweise wieder sinken. Voraussetzung: eine saubere Scheidung mit einem Verbleib des Landes im Binnenmarkt. In diesem Umfeld ist an eine Zinssenkung der Fed derzeit nicht zu denken.

Der Eurokurs gab deutlich nach, das britische Pfund rutschte auf den tiefsten Stand seit 1985 ab. Die als sichere Häfen geltenden Währungen Yen und Franken waren unterdessen stark im Aufwind. Die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank verloren kurz nach dem Handelsstart am Freitagmorgen jeweils rund 16 Prozent. Die Aktien der Royal Bank of Scotland lagen an der Londoner Börse rund 28 Prozent im Minus, Papiere von Lloyds büßten 22 Prozent ein. Auch der Versicherer Aviva verlor rund 25 Prozent. Doch viele nutzten das Blutbad, um günstig einzusteigen. Das Minus von Aviva betrug zum Handelsschluss “nur” 15 Prozent. Auch der Dax erholte sich von Minus zehn auf Minus 6,8 Prozent.

Mittelfristig könnte nach Meinung von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer aber eine Erholung drin sein, sollte sich eine saubere Scheidung von Großbritannien und ein Verbleib des Landes im Binnenmarkt abzeichnen. Doch noch belastet nach Meinung von Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank, die Unsicherheit über die Modalitäten des Austritts die Kapitalmärkte zu sehr.

Das größte Risiko für die Finanzmärkte nach dem Brexit sei, wenn auf den Austritt weiterer Länder spekuliert würde, sagt Targobank-Chefvolkswirt Otmar Lang. NordLB-Stratege Tobias Basse hält beim Dax einen Rutsch unter die psychologisch wichtige Marke von 9000 Punkten in nächster Zeit für möglich. Vor allem Spanien steht im Fokus: Nach der gestern wiederholten Parlamentswahl droht eine Hängepartie wie bei den Wahlen im Dezember, als der amtierende Ministerpräsident Mariano Rajoy keinen Koalitionspartner fand und König Felipe das Parlament auflöste. Experten befürchten Kursturbulenzen, wenn das linke Lager mehr Anhänger finden sollte.

Die Folgen eines britischen EU-Austritts könnten auch die US-Wirtschaft treffen, hieß es von der Fed. Die Währungshüter hatten Mitte Juni dennoch signalisiert, dass sie 2016 noch zwei Zinsschritte nach oben wagen wollen. “Das dürfte jetzt vom Tisch sein”, sagt Basse.

Bei den US-Konjunkturdaten dürften am Dienstag die Daten zum Verbrauchervertrauen im Juni die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Am Donnerstag gibt der Einkaufsmanager-Index Aufschluss über das Wachstum im Großraum Chicago. Zudem werden Anleger bei einer Rede des Fed-Mitglieds auf weitere Zinssignale lauern.

Bei Volkswagen wird es am Dienstag in Sachen Dieselskandal wieder spannend. Dann läuft die verlängerte First für den Vergleich mit den US-Behörden aus. (vwh/dg)

Bildquelle: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

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