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BKK-Chefin fordert qualitätsorientierte Krankenhausplanung

11.08.2015 – sigrid_koenig_bkkbayernDer BKK Landesverband Bayern betrachtet die strukturellen Reformen der Krankenhäuser durch das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) mit Argusausgen. Der ausgesäte Samen des Bundesgesetzgebers in Richtung Qualitätsentwicklung drohe, durch den finanziellen Dauerregen von über sechs Mrd. Euro in den nächsten fünf Jahren trotz erheblicher Ausgabensteigerungen zu ertrinken.

Sigrid König, Vorständin des BKK Landesverbandes Bayern, fordert, ein Gutachten in Auftrag zu geben, welches die Effizienz und Effektivität der Krankenhausversorgung in Deutschland untersucht. Ziel sei es, qualitative und strukturelle Schwächen in der Krankenhausversorgung offensiv und gezielt anzugehen.

Mit dem Gutachten solle “in einem Stufenplan die Erreichbarkeit im akuten und planbaren Behandlungsfall zu untersuchen und ein Logbuch für eine am Menschen ausgerichtete Versorgung herauszuarbeiten. Auf dieser Basis sollen Über-, Unter- und Fehlversorgung aufgedeckt und konsequent abgebaut werden”, sagt König. Ein Schwerpunkt der Untersuchung solle zudem darauf gelegt werden, wie künftig sogenannte “Kann-Operationen” vermieden werden, die in den letzten Jahren nach BKK-Angaben stark zugenommen haben.

Die Ursachen für diese Entwicklung sieht die BKK sowohl in der zunehmenden Technisierung des Medizinbetriebes als auch in der Zahl der beschäftigten Ärzte. Entgegen des allgemein beschworenen Ärztemangels sei die Zahl der hauptamtlichen Klinikärzte nicht nur in Bayern stetig angestiegen. So verzeichnete die BKK nach eigenen Angaben einen Anstieg von 40 Prozent in den letzten zehn Jahren. Im Vergleich dazu sei die Zahl der Pflegekräfte weitgehend konstant geblieben.

So komme die Hälfte der Krankenhäuser laut BKK wirtschaftlich mit den vorhandenen Mitteln des Vergütungssystems gut zurecht. Die zusätzlichen Mittel würden nach Ansicht Königs daher ein Überangebot fördern. “Eine Überversorgung ist nicht nur unter wirtschaftlichen Aspekten schädlich. Gesundheit und Beitragsgelder sind zu kostbar, um sie für regionale Wirtschaftsförderung und Besitzstandswahrung zu verwenden. Den politischen Entscheidungsträgern muss zudem bewusst sein, dass der Dauerregen aus Beitragsgeldern der Versicherten finanziert wird”, warnt König. (vwh/td)

Bild: Sigrid König, Vorständin des BKK Landesverbandes Bayern (Quelle: BKK)

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