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Binnenwanderung verändert Wohnungsmarkt drastisch

09.03.2016 – Wohnung Wohnen_by_Rainer Sturm_pixelio.deIn den kommenden 30 Jahren wird sich der Wohnungsmarkt in Deutschland dramatisch verändern. Während die Nachfrage nach Wohnraum in den wirtschaftsstarken Zentren weiter steigt, könnten die strukturschwachen Regionen bis 2045 weite Teile ihrer Bevölkerung verlieren. Dies geht aus einer aktuellen Studie der Allianz Deutschland sowie des Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen Prognos hervor.

So gehen die Studienautoren davon aus, dass die deutsche Bevölkerung in den nächsten 30 Jahren auf etwa 85 Millionen Menschen wachsen wird. “Deutschland hat sich seit 2011 sukzessive zu einem Einwanderungsland entwickelt. Für die nächsten 30 Jahre ist daher nicht mit einer Entlastung bereits angespannter Wohnungsmärkte durch eine schrumpfende Bevölkerung zu rechnen”, prognostiziert Peter Haueisen, Projektleiter der Allianz Baufinanzierung.

Entscheidender Treiber für diese Entwicklung ist laut Studie vor allem die Binnenwanderung. Demnach sind in den vergangenen Jahren durchschnittlich 3,8 Millionen Menschen pro Jahr über die Kreisgrenzen hinweg umgezogen. Allein 2014 beruhten 73 Prozent der Veränderungen am Wohnungsmarkt auf die Binnenwanderung. Der Anteil der Zuwanderer lag lediglich bei 27 Prozent.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Während es jüngere Menschen vor allem in die Groß- und Universitätsstädte zieht, ist für die Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen hingegen auch das Umland wirtschaftsstarker Ballungsräume wie Berlin, München, Hamburg, Stuttgart oder Frankfurt am Main attraktiv. Werde die Bautätigkeit in den zehn größten Regionen Deutschlands nicht deutlich ansteigen, könnten bis 2030 weitere 940.000 Wohnungen und Häuser fehlen, so die Studie. Am stärksten davon betroffen wäre die Stadt Berlin mit 173.000 fehlenden Wohnungen. In der Region München würden 158.000, in der Region Rhein-Main 155.000 Wohnungen fehlen.

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Gleichzeitig stehen strukturschwache Regionen wie Ostdeutschland, Nordhessen oder das Saarland vor der Herausforderung, das Angebot an Arbeitsplätzen und die Wohnqualität zu erhalten. Gezielte Investitionen in verkehrs- und wirtschaftsnahe Infrastruktur, auch in die digitale Anbindung und Stadtentwicklung, sind gerade deshalb wichtig”, sagt Tobias Koch, Projektleiter des Wirtschaftsinstituts Prognos. Städte wie Leipzig, Erfurt und Regensburg hätten bereits gezeigt, dass sich Investitionen in Infrastruktur, aber auch in die Forschung und Hochschulen mittelfristig auszahlten, um sich im Standortwettbewerb erfolgreich zu behaupten. (vwh/td)

Grafikquelle: Allianz / Prognos

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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