Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Big Data: Versicherer lassen 85 Prozent der Daten ungenutzt

11.12.2014 – Heidkamp_KPMG“Die Versicherer haben so viele Daten auf ihren Servern wie kein anderer. Doch sie sind nicht in der Lage, daraus Profit zu schlagen”, sagt Peter Heidkamp, Partner Advisory, KPMG in Deutschland. “Im Gegenteil: 85 Prozent der Daten, stellten die wissenschaftlichen Dienste des Bundestages fest, werden überhaupt nicht ausgewertet.”

Wer derart Potential ungenutzt liegen lässt, begebe sich in höchste Gefahr. “Die Versicherer müssen schleunigst anfangen, ihren vermeintlichen Vorsprung zu nutzen”, sagt Peter Heidkamp.

In seinem Beitrag für das Magazin Einfach.KPMG nennt er die konkreten To-Do’s für die Versicherer. Zunächst müsse als der Kunde analysiert werden. Ein klassischer Versicherer kenne von seinem Kunden in der Regel nicht viel mehr als den Namen, die Adresse und die Kontonummer. Vielleicht wäre es aber möglich, daraus mit anderen Daten, die der Versicherer schon im Haus hat, ein Profil zu bilden:

Ist er verheiratet? Hat er Kinder? Ein Haus? Ein Auto? So könnten die Versicherer gezielter Produktempfehlungen geben, ihre Kunden stärker an sich binden, die Stornoquote reduzieren und die Risikobewertung verbessern.

Heidkamps sieht hier immenses Verbesserungspotential: “Bisher verwalten die Versicherer oft nach Sparten oder Regionen. Außerdem werden Informationen aus verschiedenen Kanälen nicht zusammengeführt. Das heißt, sie können sich theoretisch an einem Tag beim Callcenter über ein bestimmtes Angebot beschweren und bekommen am nächsten Tag genau zu diesem Thema ein neues Angebot per E-Mail oder Post aus einer anderen Abteilung. Weil die Daten in verschiedenen Datensilos verarbeitet werden. Die Zusammenführung dieser Daten würde schon eine Menge bringen und wird von Kunden heute auch erwartet.”

Auch externe Daten sollten unbedingt mit hinzugezogen werden: hier nennt Heidkamp das neue Hobby, das beispielsweise per Social Media gepostet wurde oder berufliche Veränderungen bei Xing. Zwar sei hier eine Zustimmung des Kunden notwendig. Doch sind hier wohl die Versicherer derart zurückhaltend, dass sie nicht einmal nach einer Erlaubnis fragen: “Leider werden deshalb viele gute Ideen im Keim erstickt, und zahlreiche Innovationen bleiben auf der Strecke”, bilanziert Heidkamp. (vwh/ku)

Bild: Peter Heidkamp, Partner Advisory, KPMG in Deutschland. (Quelle: KPMG)

Tags:
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten