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Big Data in engen Grenzen

04.11.2016 – michael_kamps_lieDie Assekuranz könnte zwar sicherlich mehr als die von Experten geschätzten bisher zehn Prozent ihrer Datenmengen sinnvoll nutzen, doch dem intensiven Big Data sind Grenzen gesetzt. Denn: “Von dem was, technisch möglich und operativ sinnvoll ist, ist nur ein Bruchteil rechtlich zulässig”, sagte Michael Kamps, Rechtsanwalt der Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle beim 21. Kölner Versicherungssymposium der TH Köln.

Die neue ab Mai 2018 geltende EU-Datenschutz-Grundverordnung sehe nicht nur deutlich höhere Bußgelder vor, sondern sei auch um Anwendungsfelder erweitert worden. Wollten Unternehmen künftig Kundendaten aus eigenen Verträgen, von anderen Konzernunternehmen, Apps und Social Media zusammenverwenden, müssten sie datenschutzrechtlich jede dieser Quellen hinsichtlich des Verwendungszusammenhangs, der rechtlichen Grundlage und der Zweckbestimmung separat betrachten.

Die Herausforderung der Nutzung von Big Data sei aber gerade, dass man am Anfang des Prozesse noch nicht genau wisse, zu welchem Zweck welche Daten gesammelt werden müssten. Kamps geht davon aus, dass sich daher am Markt das “aktive Ja-Sagen” analog der Praktiken bei Apps durchsetzen wird. “Die Unternehmen werden künftig eine Vielzahl von Freigaben für spezifische Zwecke bei ihren Kunden einfordern müssen.” Ein Hindernis bei der Nutzung von Social-Media-Daten könnten auch die Plattformen selbst sein.

Kamps wies auf den Fall des Tarifs “Admiral firstcarquote” hin, bei dem der Versicherer zur Verbesserung seiner Risikoeinschätzung Facebook-Postings im Rahmen der kognitiven Analyse hinzuziehen wollte. Davon habe Admiral nach Intervention von Facebook noch vor der Produkteinführung Abstand nehmen müssen. Denn dies verstoße gegen die Hausordnung des Netzwerks. Ebenso wichtig wie Gesetze sei zudem die Akzeptanz der Kunden. “Viele Unternehmen haben inzwischen mehr Angst vor ihrer Nennung einem Datenschutzbericht und dem dann einsetzenden Shitstorm als vor angedrohten Bußgeldern,” so Kamps. (lie)

Bild: Michael Kamps, Rechtsanwalt der Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle (Quelle: lie)

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