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Betriebliche Altersvorsorge: Gefährliche Bedrohung durch Medien

30.10.2014 – Dommermuth_DKM_usk_150Von VWheute-Korrespondent Uwe Schmidt-Kasparek.

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) droht in den Medien „total zerredet“ zu werden. Zwar seien die Einzelfälle, bei denen Arbeitnehmer, die über eine Betriebsrente sparen, nur geringe finanzielle Vorteile oder sogar Nachteile erleiden, in der Regel korrekt dargestellt. Flächendeckend seien sie aber vollkommen unberechtigt. „Es ist schlimm, wenn ein Arbeitnehmer tatsächlich in der Ansparphase keine finanziellen Vorteile hat und in der Bezugsphase Krankenversicherungsbeiträge und Steuern zahlen muss“, sagte Prof. Thomas Dommermuth vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung auf der Vermittlermesse DKM in Dortmund.

Solche Fälle würden immer wieder berichtet, seien aber die absolute Ausnahme. Tatsächlich würden die allermeisten Arbeitnehmer mit ihrer Betriebsrente durch die staatliche Förderung Renditen zwischen 4,7 und über fünf Prozent erzielen. „Das ist derzeit mit keiner alternativen Anlage auf gleichem Sicherheitsniveau möglich“, sage Dommermuth. Dabei sei die Renditeberechnung mit einer konservativen Verzinsung von 2,78 Prozent berechnet worden.

„Diese Versprechen können die Versicherer einhalten“, behauptet der gelernte Steuerberater. Die bAV lohne sich daher für Arbeitnehmer. Dennoch befürchten Experten, dass eine nachhaltige Negativberichterstattung der staatlichen Betriebsrente schweren Schaden zufügen könnte. „Die Arbeitnehmer verfallen in eine regelrechte Schockstarre und wissen nicht mehr, wem sie glauben können“, warnte Sandra Spiecker von der HDI-Versicherung aus Köln. Versicherer und Vermittler sollten aktiv die positiven Seiten der bAV darstellen. So gäbe es bereits 15 Millionen Verträge, die viele Arbeitnehmer vor der Altersarmut schützen würden.

Hervorgehoben wurde zudem, dass die bAV auch für Geringverdiener und sogar für Minijobber lukrativ sei. Von der Politik forderte die Expertenrunde, das Damoklesschwert der Belastung durch Krankenversicherungsbeiträge endlich abzuschaffen. Laut Dommermuth würde es bereits Signale aus der Regierung geben, dass an diesem Problem gearbeitet werde. Das gelte auch für ein Opting-out, also den generellen Einbezug der Belegschaft in ein Betriebsrentenmodell, dass von Arbeitnehmern aber abgewählt werden kann.

Die Experten sind sich sicher, dass dies die Durchdringungsquoten in den Betrieben deutlich erhöhen könnte. „Ein solches Modell sollte aber nur als Start in die bAV genutzt werden“, sagte Spiecker. Es müsse unbedingt mit einer automatischen Beratung gekoppelt werden, um den individuellen Bedürfnissen der Arbeitnehmer gerecht zu werden. Zudem forderten die Experten die Grenze der Förderung von derzeit vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze auf acht Prozent zu verdoppeln. Dann könnte fast jeder mit einer geförderten Betriebsrente ausreichend für seinen Ruhestand vorsorgen. (usk)

Bild: Volles Haus auf der DKM. (Quelle: usk)

Link: Siehe auch KÖPFE, Bipro-Präsident Schrills

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