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Bestandsmarktreport 2014: Teure Medikamente oftmals ohne Zusatznutzen

21.08.2014 – Pillen_Andrea Damm_pixelio.dePatentgeschützte Medikamente haben oft keinen Zusatznutzen für die Patienten. Zu diesem Ergebnis kommt das Team um Professor Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Uni Bremen. Die Wissenschaftler hatten mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse (TK) 17 Wirkstoffe – unter anderem neue Mittel gegen Diabetes und Blutgerinnungshemmer – analysiert.

Keiner der untersuchten Wirkstoffe habe es in der Ampelbewertung auf „grün“ geschafft. Die Präparate seien sehr teuer, hätten häufig aber gegenüber bisher verfügbaren Mitteln keinen wesentlichen Zusatznutzen für den Patienten. Damit seien auch höhere Preise nicht gerechtfertigt, verdeutlicht Glaeske. Nur für Präparate mit einem Zusatznutzen sollten die Pharmaunternehmen auch einen höheren Preis verlangen dürfen.

Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK: „Der Bestandsmarktreport zeigt, dass es aus fachlicher Sicht keineswegs entbehrlich ist, auch bereits auf dem Markt befindliche Arzneimittel auf ihren Zusatznutzen hin zu untersuchen. Dabei geht es nicht allein um Geld, das möglicherweise unnötig ausgegeben wird, sondern ganz wesentlich auch um die Versorgungsqualität der Patienten.“

Die TK verspricht sich von dem Report eine größere Transparenz und einen Beitrag zur Verbesserung der Arzneimitteltherapie. Die Gesamtbewertung aller aufgeführten Biologika zeigt eine „gelbe“ Ampel. Aufgrund fehlender Direktvergleiche zwischen den Wirkstoffen konnten die Autoren nicht herausarbeiten, welcher der Wirkstoffe besser oder schlechter geeignet ist. „Das zeigt, dass dringend direkte Vergleichsstudien zwischen den Wirkstoffen erforderlich sind“, so Glaeske.

In einem Sonderkapitel befasst sich der Bestandsmarktreport mit dem Marktzugangsweg einiger Präparate. Im Ergebnis ist es vom jeweiligen Wirkstoff abhängig, ob Krankenhäuser häufig „Einfallstore“ für teure Arzneimittel sind. Der Report macht Wege transparent, auf denen einzelne Arzneimittel in den Verordnungsalltag gelangen. Auf dieser Basis lassen sich Gespräche mit Kliniken und niedergelassenen Ärzten führen, mit dem Ziel, die Qualität der Arzneimittelversorgung zu verbessern. (vwh)

Foto: Der Bestandsmarktreport der TK beschäftigt sich mit dem Nutzen patentgeschützter Medikamente. (Quelle: Andrea Damm/ pixelio)

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