Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Berlinale 2016: Wann die Filmversicherer eingreifen

19.02.2016 – film_tim_reckmann_pixelio.deMorgen werden in Berlin der Goldene und die Silbernen Bären an die diesjährigen Gewinner der Berlinale übergeben. Wer auch immer die Glücklichen sein werden: Ohne die Schützenhilfe der Filmversicherer würde so mancher Streifen nicht oder nur unter großen finanziellen Mühen seitens der Filmproduzenten fertiggestellt.

Filmversicherungen sind in erster Linie Mehrkostenversicherungen, die das Risiko der Produzenten abfedern, aus den unterschiedlichsten Gründen mit dem vorgegebenen Budget nicht auszukommen. Im Zentrum stehen dabei alle Arten von Haftpflichtschäden, die vor allem dann entstehen, wenn während des Drehs etwa in fremden Wohnungen gearbeitet wird und dort ein Missgeschick passiert. Hier dominieren die Kleinschäden, deren Anzahl allerdings ins Gewicht fällt, wie Makler Robert von Bennigsen, Geschäftsführer von der Deutschen Filmversicherungsgemeinschaft DFG, erklärt. Daneben sichert die Police den Ausfall von Schauspielern etwa durch Krankheit oder Unfall sowie Sachschäden am eigenen Equipment der Produktionsgesellschaften ab. Gegen Unfall, Krankheit und Berufsunfähigkeit müssen sich die Schauspieler – in der Mehrzahl Freiberufler – selbst absichern.

Teuer wird vor allem der Ausfall von Schauspielern. “Es kann schon mal 80.000 Euro kosten, wenn ein Drehtag nachgeholt werden muss”, weiß er aus Erfahrung. Daher haben Produzenten die Pflicht Schäden zu begrenzen, etwa dadurch, dass ein Double beschafft wird. Ansonsten kommt die Versicherung weitgehend für Schäden auf. Sogar das Herauskaufen von Schauspielern aus Folgeprojekten, damit der vorhergehende Film fertiggedreht werden kann, gehört zum Versicherungsumfang. Daneben fungiert die DFG als Bondgeber. Solche Fertigstellungs-Bürgschaften – auch Completion Bonds genannt – übernehmen gegenüber den Finanziers, Auftraggebern und Produzenten einer Kino- oder TV-Produktion die Garantie dafür, dass das Vorhaben in jedem Falle fertig gestellt wird – oder die Geldgeber ihr investiertes Geld zurückerhalten.

Der Markt für Filmversicherungen ist übersichtlich. Der Assekuradeur DFG ist mit 50 Prozent Anteil Markführer, daneben bieten HDI, Gothaer und der englische Versicherer Catlin entsprechende Policen an. Zudem gibt es spezialisierte Vermittler wie den Mehrfachvertreter Special Risk Consortium GmbH, die Maklerfirma Franz Gossler Versicherungsvermittlung GmbH, die Marsh GmbH und die Howden Caninenberg GmbH. Die Beitragseinnahme der DFG beträgt pro Jahr zwischen 25 bis 30 Mio. Euro in Deutschland, europaweit sind es etwa 120 Mio. Euro. Rund zwei Drittel davon werden an Schadenzahlungen an die Produktionsgesellschaften gezahlt. (epo)

Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Verlag Versicherungswirtschaft | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten