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Bedingungswerke ohne byzantinische Klauseln

22.01.2014 – cover_stadler_110406_2_rgbDie Versicherer entschlacken ihre Bedingungswerke. Weil Klauseln wegen Intransparenz gekippt werden, treten sie die Flucht nach vorne an. Vermittler bekommen dadurch mehr Sicherheit.

Durch das Transparenzgebot aus dem Jahr 2002 werden Schritt für Schritt die Klauseln von den Gerichten gekippt. „Sie sind für den Normalbürger nicht verständlich”, monieren die Richter. In der Titelgeschichte der neuen Ausgabe von Versicherungsvertrieb wird darüber berichten, wie Richter und Versicherer um die Frage ringen, was einem Durchschnittsbürger verständlich sein sollte.

„Viele Versicherer befürchten, dass die Entscheidungen erst die Vorboten einer zunehmenden Anzahl von Angriffen auf ihre Versicherungsbedingungen sind“, zitiert die Zeitschrift Martin Stadler. Der Jurist plädiert in seiner 2009 veröffentlichten Dissertation (Verständliche Gestaltung Allgemeiner Versicherungsbedingungen am Beispiel der AKB, VVW) für mehr Allgemeinverständlichkeit bei Versicherern. Nur durch eine Vereinfachung der Bedingungen werden die Versicherer wieder Rechtssicherheit erlangen, glaubt Stadler. „Ein Nebeneinander von Verständlichkeit und juristischer Präzision ist möglich.“

Auch die Vermittler haben Probleme mit dem Kleingedruckten. Vermögensschadenhaftpflichtversicherer können ein Lied davon singen. Das reicht vom Brunnen auf dem Grundstück, der nicht mitversichert ist bis zur Unterversicherung bei der Umdeckung eines älteren Maschinenparks. Stadler warnt, dass die komplizierten Bedingungswerke Kunden vor dem Abschluss zurückschrecken lassen. In der Politik hat man erkannt, dass der Wildwuchs dem Altersvorsorge-Markt nicht zuträglich ist. Im Rahmen des neuen „Altersvorsorge-Verbesserungsgesetzes“ hat das Hamburger Institut für Finanzdienstleistungen ein Produktinformationsblatt für die geförderte Altersvorsorge geschaffen, das für alle Anbieter gleich ist. Sogar Schrift und Farbe sind vereinheitlicht. Unklar ist, wie die Schwankung der Wertentwicklung berechnet werden soll. (ba)

Buchtipp: Verständliche Gestaltung Allgemeiner Versicherungsbedingungen am Beispiel der AKB

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