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Bayerischer Finanzgipfel auf der Suche nach „Wegen aus der Reputationskrise“

14.10.2014 – fahrenschon_bay_finanzgipfel_2014_rem_150Von VWheute-Korrespondent Reinhold Müller.

GDV-Präsident Alexander Erdland fühlte sich angesichts des traditionellen Tagungsortes des „Bayerischen Finanzgipfels“, der Allerheiligen-Hofkirche in der Residenz München, geradezu an eine Gemeinde-Versammlung erinnert. Die allgemeine Stimmungslage dort assoziierte er mit der Situation „in einem großen Beichtstuhl“.

Tatsächlich war sowohl von Banker- wie Versicherungsseite mit Blick auf das akute Image-Problem der gesamten Finanzdienstleistungsbranche und die Suche nach – so der Titel der diesjährigen Veranstaltung –  „Wegen aus der Reputationskrise“ viel Selbstkritisches zu vernehmen. Das Dilemma resultiere keineswegs nur aus der aktuellen politischen Regulationswut oder aus dem niedrigen Zinsniveau, stellte Theodor Weimer klar, Vorstandssprecher der HypoVereinsbank und Chef des Bayerischen Bankenverbandes. Es sei vielmehr ebenso der Tatsache geschuldet, dass die Kreditwirtschaft vor der Finanzkrise zuweilen den Bezug zur Realwirtschaft verloren hatte.

Aus seiner Sicht ist es deshalb durchaus gut und notwendig, dass die Branche inzwischen ihr Geschäftsmodell wieder teilweise ändert und dabei „langweiliger“ macht. Allerdings warnte er zugleich davor, dass inzwischen im „Schatten-Finanzsektor“ ähnliche Auswüchse erneut zu beobachten seien, ohne dass sich die staatliche Aufsicht darum kümmere, sowie davor, dass die Banken ihre zentrale volkswirtschaftliche Aufgabe nicht mehr erfüllen können, wenn sie wegen zu vielen regulatorischen und anderen Herausforderungen gar nicht mehr in der Lage seien, Risiken ihrer Kunden zu übernehmen.

Den „guten Teil der Spekulation“, beispielsweise bei der Unterstützung der Kunden in der finanziellen Vorsorge oder bei Investitionsfinanzierungen, besser zu erklären, forderte auch Georg Fahrenschon, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Zugleich erneuerte er seine Kritik an der Politik der Notenbanken, die sich früher sich eindeutig als Anwalt der Sparer positioniert hätten. Inzwischen wisse man aber nicht mehr, „auf welcher Seite sie stehen“.

Änderungen am Geschäftsmodell der Versicherer hält Frank Walthes, Chef der Versicherungskammer Bayern trotz der „kollektiven negativen Grundeinstellung“ auch gegenüber dieser Branche  keineswegs für erforderlich. Wohl aber sieht er Bedarf an Verhaltensänderungen der Akteure in der Branche sowie die Notwendigkeit zu noch mehr Anstrengungen, um sowohl die Funktionsweise der Versicherungswirtschaft wie ihre Leistungen besser zu verdeutlichen (siehe DOSSIER).

Bild: Georg Fahrenschon, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. (Quelle: rem)

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Zitate vom Bayerischen Finanzgipfel:

„Wir kämpfen mittlerweile nicht mehr gegen die Regulierung, sondern nur noch gegen die schlimmsten Auswirkungen dabei“.

„Die Regulierung hat auch einen Preis – und über den müssen wir reden“

und

„Da passt einiges derzeit nicht mehr zusammen“.

Theodor Weimer, Vorstandssprecher der HypoVereinsbank.

„Das ist alles sehr frustrierend für die Branche“

Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie.

„Vertrauen ist mittlerweile auch ein Thema für die Europäische Zentralbank geworden“

Professor Dr. Wolfgang Gerke, Bayerisches Finanzzentrum e.V.

„Gute Regulierung ist auch gut für eine gute Reputation“.

GDV-Chef Alexander Erdland

„Wir müssen unsere dienende Rolle akzeptieren“.

DSGV-Präsident Georg Fahrenschon

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