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Autonomes Fahren: Neue Risiken, neue Chancen

09.12.2014 – Autonomes_Fahren_MercedesIn zehn Jahren sollen die Hälfte der Autos bereits autonom fahren. Diese steile These stellt Baloise-Chef Martin Strobel zunächst für den Schweizer Markt auf und geht darauf sogar eine Wette mit seinem Finanzchef ein. die Anforderungen für die Branche ändern sich damit: Der Versicherer muss dann nicht mehr das Risiko des Fahrers, sondern das der verbauten Sicherheitssysteme bewerten.

Dies stellt Thomas Lanfermann für die Allianz Suisse heraus. Die Branche analysiert aufmerksam laut Schweizer Tagesanzeiger, wo im Bereich der Telematik und des autonomen Fahrens Fortschritte erzielt werden. Google hat jüngst gemeldet, mehr als eine Million Kilometer unfallfrei mit der Testflotte in Sachen autonomer Fahrten zurückgelegt zu haben.

Die großen Automobilhersteller sind mittlerweile ebenfalls auf den Zug aufgesprungen und experimentieren mit selbstfahrenden Automobilen. Experten sind sich offensichtlich nicht einig, bis wann selbstfahrende Autos zum Alltag gehören. Die Prognosen schwanken ­zwischen 5 und 15 Jahren.

Für Versicherer – Morgan Stanley rechnet mit bis zu 25 Prozent günstigeren Prämien – erfordert die Telematik und das autonome Fahren tatsächlich ein Umdenken: “Das Risiko verlagert sich vom menschlichen Fehler seitens des Fahrers oder Verkehrsteilnehmers zum menschlichen Fehler des Entwicklers”, so Thomas Lanfermann von der Allianz Suisse.

Auch Mobiliar-Sprecher Jürg Thalmann verweist im Schweizer Tagesanzeiger auf die Produkthaftpflicht der Hersteller von Selbstfahrtechnologien. Und Anna Ehrensperger, Sprecherin der Axa Winterthur, listet als mögliche neue Risiken auf: “Das Zusammenspiel von selbstfahrenden Autos mit anderen Verkehrsteilnehmern, die Entwicklung der Schadensummen aufgrund teurerer Fahrzeugtechnologie, die ­Klärung der Schuldfrage.” Die Allianz Suisse erwähnt Hackerangriffe auf die Bordelektronik als neuen Risikofaktor.

Morgan Stanley fasst zusammen: “Der technologie­getriebene Wandel eröffnet jenen Versicherern, welche die Chance packen, gute Perspektiven, den Zauderern dagegen hohe Risiken.” (vwh/ku)

Bildquelle: Mercedes

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