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Automatisiertes Fahren: Gesetzgeber und Versicherer sind gefordert

13.12.2013 – 67 Prozent der Kraftfahrzeugnutzer haben zwar Spaß am Autofahren, aber der gleiche Anteile klagt über Stress. Am stärksten nach oben treiben den Blutdruck Staus und Stop-and-go-Verkehr. Dies ergab die jetzt vorgelegte Mobilitätsstudie 2013 auf der Grundlage einer repräsentativen Befragung  von Autofahrern durch das Marktforschungsinstitut infas, welche der Autozulieferer Continental in Auftrag gegeben hatte.

Ausgehend von diesen Einstellungen zum Aufofahren wollte Continental ermitteln, was die Deutschen von Fahrerassistenzsystemen und schließlich auch vom automatisierten Fahren halten. Fahrerassistenzsystem gibt es bereits seit Anfang des Jahrtausends. Komfortorientierte Assistenzsysteme wie Einparkhilfen und Tempomat werden von vielen schon regelmäßig genutzt und von 90 Prozent der Befragten als hilfreich bezeichnet. Sogar 93 Prozent der deutschen Autofahrer halten sicherheitsorientierte Fahrerassistenzsysteme wie Notbremsassistent, Fußgängererkennung, Stabilitätskontrolle (ESC) und Fernlichtassistent für vorteilhaft. Allerdings ist deren Nutzung mit Ausnahme von ESC mit 62 Prozent noch gering. Eine Rolle dabei spielt neben der zwar verfügbaren, aber noch geringen Ausrüstung der Fahrzeuge, dass die Deutschen diese Systeme zum einen durchaus positiv beurteilen, zum anderen an der technischen Ausgereiftheit jedoch vielfach Zweifel hegen oder aber glauben, sie nicht zu brauchen „Deutsche Fahrer wollen selber was tun und sich nichts vorschreiben lassen“, sagte Christian Senger, Leiter Market Intelligence bei Continental. Allerdings wird durch erste Rabatte der Versicherungen für mit Notbremsassistenten ausgestatteten Fahrzeuge und Verbrauchstests ein kräftiger Schub erwartet.

Durch zunehmende Erfahrung und Vertrauen in Assistenzsysteme („Vertrauen durch Erleben“) sehen die Ingenieure auch die  Basis für automatisiertes Fahren auf Autobahnen gelegt. Zwar haben viele davon schon gehört. 63 Prozent sehen darin einen nützlichen Fortschritt,. 52 Prozent macht dies jedoch eher Angst. Und 48 Prozent zweifeln an der Zuverlässigkeit. Automatisiertes Fahren wird beispielsweise in Zusammenarbeit mit Conti auf den Autobahnen rund um München bereits getestet, mit einer Markteinführung wird jedoch erst 2020/25 gerechnet.

Die Sicherheit des elektronischen Chauffeurs muss jedoch voll gewährleistet sein, sagt Werner Huber, Leiter der Forschungsgruppe Fahrerassistenz von BMW. Und der Gesetzgeber muss die rechtlichen Voraussetzungen schaffen. Es geht dabei vor allem um Fragen der Beweispflicht und des Missbrauchs. Das trifft aber auch die Versicherungen. Sie müssen neue Modelle entwickeln. Beim Gesetzgeber und bei den Versicherungen drückt Huber aufs Tempo: „In ein bis zwei Jahren müssen diese Fragen geklärt sein“. Er will Rechtssicherheit, denn sonst geht die Vision der Techniker vom automatisierten Fahren nicht in Erfüllung. (cs)

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