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Automarkt boomt trotz Krisenstimmung

11.02.2016 – Autobahn_schubalu_pixelioDas Auto gilt ja allgemeinhin als des Deutschen liebstes Kind. Auch wenn der VW-Skandal im vergangenen Jahr deutliche Spuren hinterlassen hat und bis heute die medialen Schlagzeilen beherrscht: Der heimische Pkw-Markt boomt weiter, bescheinigte Matthias Wissmann, Präsident des deutschen Automobilverbandes VDA, bereits zum Jahresanfang. Gute Vorzeichen also für die Münchner Autotage, die an diesem Wochenende ihre Pforten öffnen.

Rund 3,2 Millionen Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr in Deutschland zugelassen – ein Wert, mit dem auch die Optimisten unter den Autoexperten vor Jahresfrist nicht gerechnet hatten. Auch bei Produktion und Export verbuchte die Automobilindustrie 2015 deutliche Zuwächse. So legte der Pkw-Export um drei Prozent auf 4,4 Millionen Neuwagen zu, die deutschen Automobilhersteller produzierten rund 5,7 Millionen Pkw.

Bei den beliebtesten Automarken blieb jedoch trotz Dieselskandals bei Volkswagen alles beim Alten: Hinter Branchenprimus VW folgen die drei Premiumhersteller Mercedes, Audi und BMW. Auf Platz fünf folgt der Rüsselsheimer Konzern Opel, der allein 2015 insgesamt 229.352 Fahrzeuge in Deutschland absetzen konnte. Stärkste Importmarke blieb Skoda mit einem Marktanteil von 5,6 Prozent, gefolgt von Renault und Hyundai. An Boden verloren haben hingegen Alfa Romeo (-17,4 Prozent), Dacia (-6,4 Prozent) und vor allem Toyota (-6,2 Prozent).

Teils deutliche Zuwächse gab es im vergangenen Jahr auch bei den Neuzulassungen. Unangefochtener Spitzenreiter mit einem Plus von 68,7 Prozent war Smart, gefolgt von Mini (+19,7 Prozent), Porsche (+17,1 Prozent), Ford (+7,4 Prozent), Mercedes (+5,3 Prozent), Opel (+4,7 Prozent), BMW (+4,3 Prozent) und Audi (+3,7 Prozent). Besonders beliebt bei den Autobesitzern sind zudem Benziner mit 50,3 Prozent noch vor den Diesel-Pkw mit 48,0 Prozent. Der Anteil alternativer Antriebe lag bei 1,7 Prozent. So waren Ende 2015 33.630 Hybride und nur 12.363 Elektro-Pkw auf deutschen Straßen unterwegs.

Geht es nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), sollen bis 2020 rund eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Doch von diesem Ziel ist die Bundesregierung meilenweit entfernt. Das Problem: Zu hohe Preise, eine zu niedrige Reichweite und ein niedriger Ölpreis. Darunter leidet aktuell auch der US-amerikanische E-Auto Pionier Tesla. Einst als Visionär und Rockstar im kalifornischen Silicon Valley gefeiert, bläst Tesla-Chef Elon Musk nun heftiger Gegenwind ins Gesicht.

Dennoch gibt sich Musk zumindest kämpferisch: 2017 will Tesla mit dem “Model 3″ die breite Masse für die E-Fahrzeuge gewinnen. Dabei soll der Stromer mit etwa 35.000 US-Dollar nur etwa halb so teuer sein wie die Premiummodelle. Ernsthafte Konkurrenz droht aber bereits durch General Motors: Chevrolet Bolt EV heißt das Modell, mit dem GM Tesla zuvorkommen will. Dessen vermeintlicher Vorteil: eine Reichweite von etwa 320 Kilometer zum Preis von rund 30.000 US-Dollar.

Auch das autonome Fahrzeug soll künftig den Automarkt revolutionieren. So hatte sich Google bereits einen autonomen Paketlieferwagen in den USA patentieren lassen. Allerdings musste der Internetriese bei der Entwicklung eines autonomen Fahrzeugs bereits einige Rückschläge hinnehmen. So musste Google jüngst zugeben, dass es bereits mehr als 300 kritische Situationen mit autonomen Fahrzeugen gab. Allein in 13 Fällen mussten Fahrer bei einem Test mit einem autonomen Fahrzeug intervenieren, um einen Unfall zu verhindern.

Und dennoch: den hybriden und autonomen Fahrzeugen gehört die Zukunft – mit entsprechenden Auswirkungen historischen Ausmaßes für die Versicherungsbranche. “Null Emmissionen”, “null Unfälle” und “null Besitz” scheint das Konzept der Zukunft zu sein, mit dem tradierte Geschäftsmodelle der Kfz-Versicherer künftig auf dem Prüfstand stehen (siehe DOSSIER). (vwh/td)

Bildquelle: Schubalu / pixelio.de

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