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Australien formuliert Code of Conduct

09.04.2014 – Australien-OperVon Ausnahmen wie GT Insurance mal abgesehen, haben Versicherungsmakler – die in Australien unter dem Begriff Financial Planner mit Vermögensverwaltern in einen Topf geworfen werden – kein gutes Image. Eine Umfrage zeige, dass nur jeder vierte Befragte glaubt, dass Finanzplaner „ehrlich“ sind, schreibt Barbara Bierach, Korrespondentin der Versicherungswirtschaft in ihrem neuen Bericht aus Sydney.

Dieses Misstrauen ist die Folge einiger Skandale der vergangenen Jahre, die die inzwischen abgewählte sozialdemokratische Regierung dazu veranlassten, die Regeln zu verschärfen.  Insbesondere wurden Kick-backs an Versicherungsmakler wie teure Auslandstrips für erfolgreiche Vermittler und Boni für eine besonders hohe Zahl an abgeschlossenen Policen ins Visier genommen. Diese Auflagen will die inzwischen amtierende konservative Regierung weitgehend wieder abschaffen und die australischen Medien titeln: „Neue Gebüren-Bonanza“. Viele Marktbeobachter vermuten, dass nun die schlechten alten Zeiten zurückkommen. Typisch sei, dass Versicherungen den Maklern Kommissionen von 115 Prozent des ersten Jahresbeitrags für eine individuell abgeschlossene Lebensversicherung anbieten und dass beispielsweise Versicherungen wie Suncorp Group Vertreter sogar ermutigten, alle zwei, drei Jahre den Versicherungsträger zu wechseln. Im Ergebnis wechseln viele Kunden mit und schon nach zwei oder drei Jahren die Police -  mit den bekannten Folgen für alle Beteiligten, dauert es doch im Schnitt sieben Jahre für die Assekuranz, Marketing-, Vertriebs- und Kommissionskosten wieder einzuspielen.

In diesem Klima hat die Branchenvereinigung Insurance Council of Australia (ICA) neue Verhaltensregeln für Mitglieder formuliert, einen so genannten Code of Conduct für die Assekuranzen. Für die Makler sieht der CEO der Lobbyorganisation, Rob Whelan, nur Vorteile. Die neuen Regeln würden es für Konsumenten einfacher machen, ihre Versicherung zu verstehen und würden von den Versicherungen einen höheren Mindeststandard an Dienstleistungen für den Kunden fordern. Überdies gebe es neue Vorgaben, wie mit Kunden in finanziellen Notlagen umzugehen sei. Für die Makler sei das alles nur gut.

Der Insurance Law Service jedoch, eine Verbraucherschutzorganisation für alle, die im Umgang mit Versicherungsunternehmen juristischen Rat wollen, kritisiert die neuen Regeln: Sie würden nicht genug für den Konsumentenschutz tun. Der Prozess, um Streitfälle zu lösen, sei zu kompliziert. Schwammig seien auch die Vorgaben, wie mit dem Verdacht auf Versicherungsbetrug umgegangen werde. Es sei unklar, wie lange und wie oft ein Kunde Rede und Antwort stehen müsse und in welchem Umfang er persönliche Unterlagen wie zum Beispiel Bankdaten zur Verfügung stellen muss. Der ICA verweist jedoch auf die Australian Securities and Investments Commission: Die neuen Regeln stünden im Einklang mit den Auflagen des Regulierers. (bab)

Bild: Australien gibt sich neue Regeln für die Versicherungswirtschaft. (Quelle: vwh)

Link: Versicherungswirtschaft Heft 4/2013

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