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Australien diskutiert besseren Schutz vor Naturkatastrophen

28.05.2014 – Oper_SydneyVon Barbara Bierach, VWheute-Korrespondentin aus Sydney

Der Australian Business Roundtable for Disaster Resilience & Safer Communities fordert besseren Schutz der Bevölkerung vor Naturkatastrophen. Zu diesem runden Tisch der australischen Wirtschaft gehören unter anderem die Vorstandsvorsitzenden von Insurance Australia Group (IAG) oder des lokalen Arms der Munich Re.

Eine Studie des Roundtables ergab, dass die durch Naturkatastrophen im Land verursachten Kosten von gegenwärtig 6,3 Mrd. australischen Dollar (42,7 Mrd. Euro) im Jahr bis 2050 auf 23 Mrd. AU Dollar steigen könnten. Genauere Kenntnisse von Sturm- und Flutverläufen, bessere Evakuierungspläne und andere vorbeugende Maßnahmen könnten die Belastung für die Gesellschaft jedoch um 50 Prozent verringern, so die Forderung der Geschäftsleute.

Neben dem sich verändernden Klima sorgt auch die steigende Einwohnerzahl für immer mehr Betroffene, wenn es in Australien mal wieder stürmt oder brennt. Laut Australian Bureau of Statistics (ABS) leben inzwischen 23 Millionen Menschen auf der größten Insel im Südpazifik. Die Daten des Statistikbüros zeigen ein Bevölkerungswachstum von 1,8 Prozent für Australien. 60 Prozent des Zuwachses stammt dabei aus Zuwanderung, mit dem Ergebnis das inzwischen 27 Prozent der australischen Staatsbürger nicht im Land geboren sind – deutlich mehr als in anderen Einwanderungsgesellschaften. In USA beispielsweise kamen 13 Prozent der Bürger anderswo zur Welt, in Kanada sind es 20 Prozent.

Schreibt das ABS das Wachstum der vergangenen Dekaden fort, ergibt sich bis 2075 eine Verdoppelung der Bevölkerung auf 46 Million Menschen. Der Wirtschaft ist das nur recht, bedeuten mehr Menschen doch auch einen größeren Markt. Der Business Council of Australia wird deswegen auch nicht müde darauf hinzuweisen, dass das Land weiterhin Zuwanderung brauche, um ökonomisch gesund zu bleiben. Denn wie die meisten Industriegesellschaften ringt auch Australien mit einer alternden Bevölkerung – die Geburtenrate sinkt und gleichzeitig leben die Menschen immer länger. Laut ABS lag das Durchschnittsalter 2012 in Australien bei 37, bis 2040 könnte es schon bei 40,5 Jahren liegen. Dann werden 20 Prozent der Australier über 60 Jahre alt sein.

Im Ergebnis kämpft das Land mit einem Dilemma: Einerseits sind die Gesundheits-, Verkehrs- und Bildungssystem in großen Städten wie Sydney, Melbourne und Brisbane oft schon an der Kapazitätsgrenze. Eine Verdoppelung der Einwohnerzahl macht daher vielen Bürgern Angst, denn traditionell ziehen Einwanderer ja nicht ins das weitgehend menschenleere australische Outback, sondern in die Metropolen, wo es Arbeitsplätze gibt. Gleichzeitig braucht das Land möglichst viel jungen Zuwachs, um sich den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft erfolgreich zu stellen.

Die daraus resultierenden Debatten – Wie groß soll die australische Bevölkerung werden? Wie viel Immigration vertragen Infrastuktur und Umwelt? Wie müssen die Menschen ausgebildet und motiviert sein, die wir ins Land lassen? – sind dennoch Fragen, die andere Gesellschaften gerne hätten, die sich ebenfalls mit einer alternden Bevölkerung konfrontiert sehen und nicht wissen, wie sie mit ihren demoskopischen Problemen fertig werden sollen. (bab)

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