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Aufkäufer von Lebensversicherungen schöpfen neue Hoffnung

23.04.2015 – ingo_wichelhaus_remAuch 2014 war für die Mitglieder des Bundesverbandes Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) kein gutes Jahr, denn das Ankaufsvolumen schrumpfte weiter auf rund 150 Mio. Euro zusammen. 2013 waren es noch 300 Mio. Euro gewesen – und zu Spitzenzeiten sogar 1,4 Mrd. Euro. Immerhin lieferte das Berichtsjahr der kleinen Branche jedoch gute Ansätze für neue Hoffnungen auf eine wieder bessere Zukunft.

Die fußen sehr stark auf dem Lebensversicherungs-Reformgesetz, wie BVZL-Vorstand Ingo Wichelhaus bei der Vorstellung des Jahresergebnisses seiner Branche erläuterte. Das hatte bei den Policen-Aufkäufern bis zu seiner Umsetzung allerdings erst einmal für totale Lähmung gesorgt, weil unklar gewesen sei, “ob die von den Erstversicherungsunternehmen ausgewiesenen Bewertungsreserven danach noch vorhanden sein würden”. Die Kalkulation von Angeboten an kündigungswilliger Policen-Inhaber seien unter diesem Bedingungen “extrem schwierig bis nahezu unmöglich” gewesen. Dies habe dazu geführt habe, dass nur noch jede vierte bis fünfte angediente Lebensversicherung akzeptiert worden sei.

Inzwischen ist “auf Basis neuer Wertermittlungen” laut Wichelhaus jedoch klar, dass durch die nunmehr gesetzlich vorgegebene Behandlung der kollektiven RfB sowie durch die Zinszusatzreserve stabile Ausschüttungen an die Investoren am Lebensversicherungs-Zweitmarkt langfristig sichergestellt seien. Dies mache – zumal angesichts des generellen Anlage-Notstands wegen des niedrigen Zinsniveaus, wegen der geringeren Absenkungen der Überschussbeteiligungen als nach dem aktuellen Zinsniveau zu erwarten gewesen sei und dem relativ geringen Risiko durch die per regulatorischer Maßnahmen bewirkten Sicherung der versprochenen Garantien für die nächsten 20 Jahre auch bei weiterhin niedrigen Zinsen – diese Asset-Klasse für semi-professionelle und institutionelle Investoren daher nun wieder sehr attraktiv.

Ähnliches gelte ebenso mit Blick auf die Lebensversicherungs-Zweitmärkte in den USA und in Großbritannien, wie mitgeteilt wurde. Bei den britischen Policen sei beispielsweise zu beobachten, dass die Schluss-Boni-Deklarationen 2014 im Vergleich zum Vorjahr “unverändert blieben oder sogar leicht gestiegen“ seien, und es sei zu erwarten, dass sie bei den meisten Versicherern auch künftig weiter steigen. Ihnen käme nicht zuletzt zugute, dass ihnen bei ihrer Anlagepolitik wesentlich mehr Flexibilität erlaubt sei als deutschen Lebensversicherern.

In der US Life Settlement-Industrie seien weitere Strukturschwächen, die zu erheblichen Problemen geführt haben, inzwischen beseitigt wurden. Zugleich seien die regulatorischen Rahmenbedingungen für Investoren aus Europa nunmehr geklärt. Zusammen mit dem attraktiven Renditepotenzial sowie den Währungschancen aufgrund des starken Dollar würden Investments in diese Asset-Klasse nicht zuletzt für die Kapitalanleger der Versicherer attraktiv werden, zumal hier “die Solvency-II-Regularien kein Hindernis darstellen”. (rem)

Bild: BVZL-Vorstand Ingo Wichelhaus (Quelle: rem)

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