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Auf der Suche nach zukunftsträchtigen Geschäftsstrategien

22.11.2013 – bayerisches-finanz-zentrum-logoBeim „Bayerischen Finanzgipfel“ herrscht bei visionären Denk- und Lösungsansätzen weitgehend Fehlanzeige. Eine Patent-Lösung für das elementare Image-Problem der Versicherer, die hohe Abstraktheit ihres Produkts, hatte auch Hanns Martin Schindewolf beim „7. Bayerischen Finanzgipfel“ in München nicht zu bieten.

Immerhin ließ der vormalige Geschäftsführungs-Vorsitzende der Daimler Insurance Services GmbH aufscheinen, warum die Autohersteller erst mit Kredit- und Leasing-Offerten massiv in das Geschäft der Banken einbrachen und längst zunehmend auch in jenes der Versicherer eindringen, wie sie dies strategisch umsetzen und warum sie offensichtlich wenig Scheu davor haben, sich aus der Glitzerwelt ihrer Edelkarossen in die Niederungen mehr oder weniger ungeliebter und unverstandener Finanzprodukte zu begeben.

Einerseits sichern – neben dem Reparaturgeschäft – Finanzierungs- und Versicherungsangebote nachhaltig nicht unansehnliche Erträge, listete Schindewolf auf. Dagegen spült der Bau und Verkauf von Autos nur einmalig Geld in die Kasse – und das wegen des auch in dieser Branche herrschenden harten Wettbewerbs längst nicht mehr in Dimensionen wie einst. Der Kundenbindung und der Markentreue sind Ratenkredite, Leasingverträge und Versicherungen – aber auch Einlagen – ebenfalls förderlich. Vor allem finden die Kunden ein Rund-um-Angebot in Sachen Mobilität zunehmend als bequem und daher attraktiv.

Die Assekuranz hätte sich daher schon seit dem Start der ersten Autobanken vor mehr als einem halben Jahrhundert „überlegen müssen, warum sich die Autoindustrie für Finanzierung interessiert, merkte Schindewolf mit Blick auf die teilweise massiven Abwehrversuche in der Branche an. Sie sei aber auch jetzt noch „eingeladen, sich einzubringen“, um entsprechende Geschäftsmodelle zur Befriedigung der veränderten Kundenansprüche zu entwickeln.

Der Orientierung an den Wünschen der Kunden maßen Markus Rieß, Chef der Allianz Deutschland, und Munich Re-Vorstandsmitglied Ludger Arnoldussen durchaus auch zentrale Bedeutung bei der Entwicklung zukunftsträchtiger Geschäftsstrategien bei. Die beiden Repräsentanten der Versicherungsbranche im Referentenkreis hatten dabei jedoch offensichtlich eher eine weitere Optimierung des Weges zu diesem Ziel im Blick als eine für die Zielerreichung förderliche Weiterentwicklung des Produkt- oder Dienstleistungsangebotes.

Grundsätzliche Denkanstöße ließen die Repräsentanten der Großbanken beim Finanzgipfel allerdings ebenfalls vermissen. Jürgen Fitschen, Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank AG, beklagte, dass es angesichts der derzeitigen, durch die diversen Finanz- und Staatsschuldenkrisen ausgelösten politischen Unsicherheiten noch gar nicht möglich ist, dafür geeignete Strategien und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Diese Ungewissheit werde in Europa  auch in den nächsten Jahren noch anhalten, prognostizierte er und warnte zugleich davor, dass der Kontinent dadurch im internationalen Wettbewerb mehr und mehr ins Hintertreffen zu geraten drohe. „Wir sollten uns ganz ohne Ideologie fragen, welches Bankensystem wir am Ende haben wollen“, delegierte er die diesjährige Fragestellung des Finanzgipfels nach neuen Geschäftsstrategien der Finanzdienstleister endgültig auf die politische Ebene. (rem)

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