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Assekuranzaktivitäten der Espírito Santo zum Verkauf

27.08.2014 – Der portugiesische Staat hat über die Auffanggesellschaft der Espírito Santo, Novo Banco, anscheinend dem Verkauf der Assekuranzaktivitäten (Companhia des Seguros Tranquilidade) an die US-Private-Equity-Gruppe Apollo Global Management praktisch zugestimmt. Er sicherte dem Unternehmen bereits die Exklusivität der Verhandlungen zu. Der Kaufpreis soll sich auf 215 Mio. Euro belaufen, von denen allerdings gleich 150 Mio. Euro für die Rekapitalisierung der Tranquilidade benötigt würden.

Es fehlt anscheinend nur noch die Zustimmung der portugiesischen Aufsichtsbehörde. Die 1871 gegründete Tranquilidade ist mit 160 Mio. Euro kapitalisiert. Die Bilanzsumme 2012 hatte 826 Mio. Euro betragen, das Eigenkapital per Ende 2012 nach erheblichen Abschreibungen auf Grundstücke und Beteiligungen 327 Mio. Euro. Von der gezeichneten Bruttoprämie 2012 von 342 Mio. Euro kommen 142 Mio. Euro aus dem Motorgeschäft, 65 Mio. Euro aus den Sach- und 58 Mio. Euro aus den Arbeiterunfallversicherungen. Der Geschäftsbericht 2013 ist noch nicht publiziert. Die Gesellschaft hatte sich die Internationalisierung ihres Geschäfts auf die Fahnen geschrieben und ist bereits in Angola und Mozambique aktiv.

Anzunehmen ist, dass die von Leon Black gesteuerte US-Private-Equity-Gruppe Apollo Global Managament sich nur interimistisch und opportunistisch engagieren wird und nach einigen Jahren der Effizienzsteigerungen und des „window-dressings” versuchen wird, Tranquilidade zum mindestens 3-fachen Erwerbspreis weiter zu veräußern. Einem japanischen Versicherer etwa wäre ein solcher Einstieg in die portugiesisch sprachigen Märkte schmackhaft zu machen.

Kürzlich bereits veräußerte der portugiesische Staat für ca eine Mrd. Euro 80 Prozent der von ihm via Caixa Geral de Depósitos kontrollierte Caixa Seguros an die chinesische Fosun International. Zu Caixa gehören die Versicherer Fidelidade, Multicare (Kranken) sowie Cares (Reise und Transport). Apollo Global Management war damals unterlegener Mitbieter gewesen. Es hatte so ausgesehen, als hätte Apollo aufgrund eines zu knauserig bemessenen Gebots eine einmalige Chance versäumt. Doch dann stellte sich bei Espírito Santo eine Bilanzschieflage heraus. Dies zwang den portugiesischen Staat dazu, erneut zwecks Vermeidung eines systemrelevanten Bankenzusammenbruchs zu intervenieren. (cpt)

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