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Argentinien: Gefährliches Pflaster für Anleger

04.11.2016 – Igiuaza Wasserfaelle by Bildpixel_pixelio.deArgentinien hat sich aufgerappelt – dennoch birgt das Land laut Credimundi für Anleger weiterhin große Risiken. Das Land habe wieder Zugang zu den internationalen Geldmärkten und hätte auch im Inland einige Maßnahmen ergriffen, um die Wirtschaft aufzurichten. Dennoch sieht der Kreditversicherer noch viel Arbeit für das Mitte-Rechts-Bündnisses Cambiemos unter dem Präsidenten Mauricio Macri.

Besonders wichtig war die Einigung mit den vom Staatsbankrott 2001 betroffen Anleihegläubigern, die nach anfänglicher Weigerung einem Schuldenschnitt von 70 Prozent zustimmten. Christoph Witte, Deutschland-Chef des belgischen Kreditversicherers Credimundi: “Die Einigung beider Parteien im Februar 2016 ist ein absoluter Impulsgeber für Argentinien. Infolgedessen sind das Liquiditätsrisiko und die Gefahr für den öffentlichen Haushalt deutlich gesunken. Außerdem ist das Land nun wieder in der Lage kurzfristige Darlehen aufzunehmen. Diese werden dringend für öffentliche Investitionen in die Infrastruktur gebraucht und es kann vermieden werden, dass die Regierung – wie unter Fernández – erneut zur Finanzierung von Defiziten Geld druckt.”

Das Land hat somit erste Maßnahmen umgesetzt, um wieder auf den richtigen Weg zu gelangen und auch das prognostizierte Wirtschaftswachstum könnte sich 2017 laut Credimundi wieder erholen: Trotz der positiven Aussicht muss Argentinien das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen. Witte: “Dieses Ziel wird nicht leicht erreichbar sein. Insbesondere da die Regierung von ihren Vorgängern tief verwurzelte und eng verknüpfte makroökonomische Ungleichgewichte geerbt hat.”

Des Weiteren würden auch bereits vollzogene Maßnahmen negative Effekte nach sich ziehen. So zum Beispiel bei der Entscheidung den Wechselkurs frei schwanken zu lassen: Das würde sich zwar positiv auf die Devisenreserven auswirken, die daraus resultierende Abwertung des Peso treibe allerdings die Inflation in die Höhe.

Credimundi schätzt das kurzfristige politische Risiko von Argentinien als mittelmäßig ein (4 auf einer Skala von 1 bis 7). Das Geschäftsrisiko wird hingegen unverändert hoch bewertet (C auf einer Skala von A bis C). (vwh/mv)

Bild:Igiuaza-Wasserfaelle in Argentinien-Bildpixel / pixelio.de

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