Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Arag lehnt Deckungszusagen für VW-Schadenersatz ab

17.12.2015 – vwlogo_julian_w_pixelioDie Arag wird geschädigten VW-Kunden, die von ihrem VW-Händler ohne vorangegangene Aufforderung zur Mängelbeseitigung direkten Schadensersatz fordern, keine Deckzusagen für Rechtsschutz geben. “Erst wenn der Händler den Mangel nicht beseitigt, kann Schadensersatz gefordert werden. Derzeit ist es aber für VW-Kunden noch zu früh, die Händler zu verklagen”, berichtet Paul-Otto Faßbender, Vorstandschef der Arag SE vor der Presse.

Einzelne Anwaltskanzleien würden vor allem rechtsschutzversicherte Mandanten mit dem Versprechen einwerben, direkten Schadensersatz zu erwirken. Manche versuchten auch, VW-Kunden noch in den Rechtsschutz “reinzuversichern”. Deckungszusagen für direkte Schadenersatzklagen verweigere die Arag wegen mangelnder Erfolgsaussichten. Dabei beruft man sich auf Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages und der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Arag erwartet, dass sie von den “medial auch sehr aktiven” Kanzleien verklagt wird. Im Hinblick auf die große Zahl der Betroffenen unter den Arag-Kunden – geschätzt werden 10.000 – will man auf jeden Fall an dieser Haltung festhalten. Schließlich geht es um viel Geld: Kann der Schaden durch Nachbesserung behoben werden, kostet dies den Versicherer rund 147 Euro Anwaltskosten (bei einem Neuwagen von 19.000 Euro). Bei einer Klage, die laut Arag wegen des falschen Vorgehens aussichtslos sei, fielen allein in der ersten Instanz 6.270 Euro an.

In ganz Europa meldeten immer mehr VW-Besitzer Rechtsansprüche gegen VW-Händler an. Allein in Deutschland stehe die Arag inzwischen mit mehr als 800 VW-Kunden in Kontakt, in Österreich mit weiteren 150. “Grundsätzlich sind die Rechtsschutzversicherer eintrittspflichtig”, erklärt Faßbender. “Wir übernehmen die Kosten für die anwaltliche Beratung und die weitere Rechtsverfolgung.” Von den deutschen Kundenanfragen bezögen sich rund 760 auf den Autobesitz, der Rest auf VW-Aktien. Der Abgas-Skandal werde Arag voraussichtlich mit drei Millionen Euro Schadensaufwand belasten. (lie)

Bildquelle: Julian W. / pixelio

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Verlag Versicherungswirtschaft | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten