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Aon Benfield macht Verbriefungen kleineren Versicherern zugänglich

22.10.2014 – Von Christoph Baltzer.

Verbriefungen von Katastrophenrisiken haben sich in den USA durchgesetzt. In Europa betreiben das aber nur die ganz großen Konzerne. Mit einem Standardprodukt will Aon Benfield den Verbriefungsmarkt nun für kleinere Player öffnen.

Verbriefungen sind en vogue. Jahr für Jahr werden immer mehr Cat Bonds emittiert. Auf knapp 21 Mrd. US-Dollar summiert sich aktuell die Summe der ausstehenden Katastrophenverbriefungen. Die Spreads für diese Verbriefungen sind rekordverdächtig niedrig. Davon angelockt wollen auch deutsche Versicherer diese Form des Alternativen Risikotransfers nutzen.

„Es wird eine Konkurrenz zwischen klassischer Rückversicherung und alternativer Rückversicherung geben“, sagt Bernd Zens, Finanzvorstand der DEVK. Fünf Prozent seiner Beitragseinnahmen gibt der Kölner Erstversicherer für Rückversicherungsschutz aus, davon bleiben anderthalb Prozent im Eigenbehalt. Zens kauft in Baden-Baden Rückversicherungsschutz für ein „Bukett“ aus mehreren Sparten ein, an dem elf Rückversicherer beteiligt sind. Zusätzlich platziert er ein Nat-Cat-Programm bei dreißig Rückversicherern. Für eine Verbriefung sei die DEVK zu klein, sagt Zens gegenüber VWheute.

Ein Hindernis bei der Verbreitung von Verbriefungen ist die aufwändige Umsetzung. Rückversicherungsverträge passen auf zwei Seiten, bei einer Verbriefung ist ein ganzer Wust an Dokumenten zu verwalten. „Die Umsetzung ist relativ aufwändig“, räumt Jan-Oliver Thofern von Aon Benfield ein. Der Rückversicherungsmakler ist die Nummer eins bei der Verbreifung von Cat Bonds, vor der Swiss Re und Goldman Sachs. Um Verbriefungen für europäische Kunden zu vereinfachen, hat Aon Benfield das Produkt Cat Stream entwickelt. Darin sind die notwendigen Einzelschritte weitgehend standardisiert. Bislang gilt als wirtschaftliche Mindestgröße für eine Verbriefung eine platzierte Summe von 75 Mio. Dollar. Durch das neue Produkt soll das auf 20 Millionen Dollar sinken, berichtete der Makler in Baden-Baden.

Tatsächlich haben bereits eine Hand voll Versicherer konkrete Pläne für eine Verbriefung verfolgt, aber kurzfristig wieder einen Rückzieher gemacht. Der Grund waren die Kosten. Rückversicherung ist derzeit konkurrenzlos günstig.

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