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AM Best weist auf weiteres Soft Market Kriterium hin

10.02.2015 – AmbestDie Zessionen der größten 20 europäischen Versicherer sind nach einer Untersuchung der auf Versicherer spezialisierten Ratingagentur AM Best von 42,7 Mrd. Euro) auf 39,2 Mrd. Euro (2013) gesunken, also um 8,2 Prozent. Der durchschnittliche Selbstbehalt dieser Konzerne ist 2013 auf 87,3 Prozent gestiegen, im Jahr 2012 waren es noch 86,4 Prozent gewesen.

Den ersten Rang der Zedentenliste besetzen die Lloyd’s-Syndikate (wohl nur hinsichtlich ihrer Erstversicherungsgeschäfte) mit 7,038 Mrd. Euro, gefolgt von Zurich mit 4,329 Mrd. Euro, ACE mit 4,14 Mrd. Euro und Allianz mit 3,982 Mrd Euro sowie HDI mit 2,914 Mrd. Euro und Axa mit 2,782 Mrd. Euro.

Betrachtet man die Listung nach Selbstbehaltssätzen, so steht Achmea mit 96,44 Prozent an erster  und Admiral Group (ökonomisch betrachtet eher eine Zeichnungsagentur für Munich Re und Hannover Re) als Ausreißer mit bloßen 43,02 Prozent an letzter Stelle. Hierzu schreibt AM Best, der Selbstbehaltssatz hänge meist mit der Homogenität des Portefeuilles zusammen: je homogener das Portefeuille (d.h. mehr personal lines) desto höher könne der Selbstbehalt ausfallen. Allianz, Generali und Axa wiesen 2013 Selbstbehalte von mehr als 90 Prozent auf, was auch für Munich Re und Swiss Re gelte. Eine Sonderentwicklung hatte es bei Swiss Re gegeben, deren Selbstbehaltssatz von 77,7 Prozent auf 95,0 Prozent angestiegen war. Grund war das Wegfallen der mehrjährigen Quotenabgabe an den einstigen Erretter Berkshire Hathaway.

Fragen kann man sich allerdings, ob die zedierten Prämienvolumina das geeignete Maß für gesteigerte Selbstbehalte darstellen. Zugrunde liegen könnte etwa auch eine Substitution von nicht-proportionaler für bisherige proportionale Rückversicherung. Unter Zession ähnlicher Exponierungen würde die neuartige nicht-proportionale Zession vielleicht nur ein Fünftel der bisherigen zedierten Prämie bewegen. Auf diesen Aspekt geht AM Best jedoch nicht ein.

Ausdrücklich erklärt AM Best, man sehe die Anhebung der Gruppenselbstbehalte nicht als eine Gefährdung des Ratings an. Auch bei höheren Selbstbehalten und großzügig bemessenen Dividenden würden die beschriebenen 20 europäischen Versicherungsgruppe noch als adäquat kapitalisiert gelten. (cpt)

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