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AM Best sieht Rückversicherungsmärkte pessimistisch

10.04.2014 – AmbestDie auf die Assekuranz spezialisierte Ratingagentur AM Best gelangt in einer Studie „Could 2013 Be the Apex of the Next Few Years?“ zu einer eher pessimistischen Einschätzung der Lage auf den Rückversicherungsmärkten. Noch halte man an der Markteinschätzung als „stabil“ fest, dies könne sich jedoch rasch ändern, sollte der Markt in die nächste Phase der Vernichtung von Eigenkapital eintreten.

Die 2013er Ergebnisse (lediglich 88,6 Prozent combined ratio) seien durch ausgebliebene Naturkatastrophen sowie Abwicklungsgewinne aus den Vorjahren (5,6 Prozent combined ratio für 2013, 6,1 Prozent für 2012) geschönt, hingegen sei der Anfang 2014 festzustellende Ratenverfall als Folge von Überkapazitäten aufgrund erhöhter Zedentenselbstbehalte sowie der einsetzenden Substitution von Cat-Deckungen durch Risikoverbriefungen zu interpretieren. Die Nicht-Technik werde anlässlich rekordtiefer Zinsen kaum zu künftigen Ergebnissen beitragen.

AM Best spaltet die 2013er gezeichnete Netto-Rückversicherungsprämie Nicht-Leben von 158 Mrd. US-Dollar auf was Gruppen von Marktteilnehmern betrifft: Auf die USA und die Bermudas seien 59,8 Mrd. Dollar entfallen, auf Lloyd’s 33,4 Mrd. Dollar und auf die vier großen europäischen Rückversicherer (MR, SR, SCOR, Hannover Re) 64,8 Mrd. Dollar.

Externe Investoren seien der Verlockung nicht mit anderen Investments korrelierender noch dazu offshore/steuerfrei sprudelnder Ergebnisse (Branchenschnitt 2013: 13 Prozent auf das eingesetzte Kapital) erlegen, hätten auch wie Warren Buffett auf die hereinzunehmenden anlagefähigen Mittel der Kunden („float“) geschielt. Möglicherweise müsse man sie als einem Herdeninstinkt gehorchende „naive capacity“ betrachten. Zu befürchten sei, dass das alternative Risikokapital künftig auch in anderen Bereichen als dem der Katastrophen-Deckungen wildern werde.

Abzuwarten sei, wie gut das Risk-Management und die Preisdisziplin der Branche in der Abschwungphase funktionieren werde, also ob man einen gänzlich ruinösen Wettberwerb vermeiden könne. Statt untertarifiertes Geschäft hereinzunehmen sollten Rückversicherer lieber ihre übergroße Solvabilität durch Dividenden, Aktienrückkäufe (derzeitige Basis: 31,3 Mrd. Dollar an Branchenkapitalisierung) sowie Übernahmen von Konkurrenten reduzieren. Eine andere denkbare Überlebensstrategie sei das Ausweichen auf Erstversicherungsmärkte vermittels der Schaffung von geeigneten Platformen. In der Erstversicherung sei der Ratenverfall noch nicht so weit fortgeschritten.

Anlässlich der Erneuerungen per Mitte 2014 werde sich weisen zu welch rationalem und disziplinierten Verhalten die Marktteilnehmer fähig seien. Selbst ein 100 Mrd. Dollar Marktereignis werde nicht genügend Kapazität vernichten um erneut einen harten Markt herbeizuführen. Jedoch bestehe die Hoffnung, dass den kurzfristig denkenden Besitzern alternativen Risikokapitals aufgrund eines solchen Ereignisses der Spaß an der Rückversicherungsbranche wieder vergehen könnte. (cpt)

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