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Allianz wird bei alternativen Anlagen nicht fündig

02.06.2016 – markus_loefflerSeit März steckt der Münchner Konzern kein Geld mehr in Kohle-Titel und will die Energiewende durch noch größere Investitionen unterstützen. Doch der Allianz mangelt es an Anlagemöglichkeiten. Schuld daran seien “nicht vorhandene Klimastrategien und deren mangelhafte Umsetzung im Energiesektor”, klagt Europas größter Versicherer. “Deutschland hinkt als Investitionsstandort hinterher. Warten führt zu Fehlinvestitionen und Folgekosten”, mahnt Karsten Löffler, Geschäftsführer von Allianz Climate Solutions.

Der Versicherungsriese Allianz warnt vor einer wachsenden Investitionslücke bei erneuerbaren Energien. Ohne eine umfassende Strategie für die Energiewende und ausreichende Investitionen gefährdeten die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) ihre Klimaziele und ihre Wettbewerbsfähigkeit bei Technologien und Infrastrukturen, warnt Löffler. In Deutschland müssten 23 Mrd. US-Dollar in den emmissionsfreien Energiesektor investiert werden, allerdings seien es 2015 nur rund zehn Mrd. Dollar gewesen.

Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur liege der jährliche Investitionsbedarf im Jahr 2020 weltweit bei 790 Mrd. US-Dollar (derzeit rund 710 Mrd. Euro). 2015 seien lediglich 286 Mrd. Dollar an Investitionen geflossen.

Die Allianz hat sich im vergangenen Jahr in ihrem insgesamt 1,8 Billionen Euro starken Anlageportfolio zu eigenen Klimaziel verpflichtet. Im November vergangenen Jahres hatte der Konzern angekündigt, nicht mehr in Bergbau- und Energieunternehmen zu investieren, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes oder ihrer Energieerzeugung aus Kohle erzielen.

“80 Prozent unseres Neuanlagevolumens investieren wir in alternative Investments”, sagt Axel Zehren, Finanzchef der Allianz Investment Management. Allein im vergangen Jahr waren es 18 Mrd. Euro. Doch diese alternativen Investments sind rar. “Die Nachfrage privater Investoren ist deutlich größer als das Angebot”, erklärt Zehren. Es gebe zu viele Hürden für das Engagement privater Investoren und es fehle an Rechtssicherheit. Gerade vor dem Hintergrund der Niedrigzinsen sind solche Investments für die Allianz eminent wichtig. Die lange Laufzeit von Windparks mit 30 Jahren passe hervorragend zur Allianz als Lebens-und Krankenversicherer, betont Zehren. (vwh/dg)

Bild: Karsten Löffler (Quelle: Allianz)

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