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Agile erlebt bei Versicherern einen Aufschwung

12.09.2016 – michal_trochimczuk_sollersVon Michał Trochimczuk. Führende europäische Versicherer verwenden heutzutage immer öfter Agile bei der Realisierung ihrer Projekte. Die flexible Arbeitsmethode, welche bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts in produzierenden Unternehmen zur Qualitätsbesserung verwendet wurde, wird nicht nur in der IT- und Versicherungsbranche, sondern auch in vielen anderen Bereichen weltweit immer beliebter.

Dabei hilft Agile nicht nur bei der Realisierung eines Projekts. Ihr Hauptvorteil besteht im Minimieren des Risikos, was das Scheitern von Projekten betrifft, sowie in der schnellwirkenden Implementierung signifikanter Veränderungen. Der Schlüssel zum Erfolg dieser Methode ist die Fähigkeit, Projektumfang sowie Methoden zur Umsetzung wegen sich ändernder Prioritäten und Geschäftsbedingungen kontinuierlich anzupassen. Sie macht das “klassische” Projektmanagement flexibler und schlanker.

Generell beruht die agile Arbeitsweise auf zwölf Prinzipien, welche im agilen Manifest verankert sind. Zu den Grundlagen gehören sowohl die interne Kommunikation im Team, als auch der ständige Kontakt mit dem Kunden. Die Unterteilung des Projekts erfolgt in regelmäßige, zwei bis vier Wochen andauernde Arbeitsphasen (Sprints) mit festgelegten Aufgaben und einem abschließenden Zusammentreffen. Diese Aufgaben werden dabei aus einer schon vorher festgelegten Liste mit zu erledigenden Aufgaben nach Wichtigkeit sortiert und den Teammitgliedern zugeteilt. Eine regelmäßige Berichterstattung sowie die Planung wichtiger Veränderungen machen die Vorgehensweise im Vergleich zum traditionellen Kaskadeverfahren Waterfall nicht nur deutlich günstiger, das Projekt wird dadurch auch mehr als doppelt so oft pünktlich realisiert.

Obwohl die Vorteile der Agile-Methode unbestreitbar sind, ist diese nur ein Ansatz von vielen verschiedenen. Welcher methodische Ansatz wirklich am sinnvollsten ist, hängt sehr oft vom Unternehmen sowie vom jeweiligen Team ab. Viele Unternehmen sind derzeit noch nicht bereit dafür, Agile bei ihren Projekten zu verwenden. Eine der Hauptursachen dafür ist der große Unterschied zwischen den Schlüsselwerten von Agile und der Organisationskultur ihres Unternehmens. Bei der flexiblen Arbeitsmethode müssen alle Team-Mitglieder über die Ermächtigung verfügen, laufende Projektentscheidungen selbst zu treffen und Verantwortung für die Folgen zu übernehmen.

Hierbei steigt zwar automatisch die Arbeitsmotivation, macht den Erfolg jedoch gleichzeitig abhängig vom schwächsten Teammitglied. Viele Unternehmen sind für solche Veränderungen noch nicht bereitet. Sie lassen auch die nicht so wichtigen Entscheidungen ausschließlich von den wenigen leitenden Mitarbeitern treffen, was am Ende häufig zu einer erheblichen Verringerung der Produktivität führt. Dennoch kann die Agile-Methode generell bei allen Unternehmen eingeführt werden. Mit welchen Schwierigkeiten das verbunden ist, hängt jedoch von jedem Unternehmen selbst ab.

Bild: Michał Trochimczuk ist Managing Partner bei Sollers Consulting (Quelle: Sollers)

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