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Ab jetzt gibt’s den Hochwasserpass

20.02.2014 – HochwasserMit der richtigen Vorsorge wären 80 Prozent der Hochwasserschäden vermeidbar, sagt Reinhard Vogt, Geschäftsführer des HKC HochwasserKompetenzCetrum e.V.. Diese Kölner Initiative aus vom Hochwasser Betroffenen, Politik und Hochwasserschutzakteuren hat ein standardisiertes Verfahren für die Erkennung und Analyse von Wassergefahren (Flussüberschwemmung, Starkregen, Kanalrückstau) für Gebäude entwickelt.

Über die Bearbeitung eines Fragebogens im Internet können sich Hauseigentümer in Deutschland über ihr individuelles Überschwemmungsrisiko informieren. Schrittweise werden der Ist-Zustand des Hauses erfasst und Risiken aufgezeigt. Am Ende werden konkrete Schutzmaßnahmen benannt. Diese Selbsteinschätzung durch den Hausbesitzer ist kostenlos.

Im zweiten kostenpflichtigen Schritt kann ein von der DVVA Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall autorisierter Sachverständiger die Angaben überprüfen und den Hochwasserpass ausstellen. Ob diese Prüfung in die Risikoeinschätzung für die Elementarschadendeckung einfließt, bleibt dem jeweiligen Versicherer überlassen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) befürwortet die Initiative und will in seiner Öffentlichkeitsarbeit auf dieses Instrument hinweisen.

HKC-Vorstand Guido Stier (Technical Manager der Axa Art Versicherung AG) sagte mit Blick auf die vom GDV ermittelte 99-prozentige Versicherbarkeit von Gebäuden: „Wir haben kein Versicherungs-, sondern ein Wahrnehmungsproblem in der Bevölkerung. Viele erkennen die Gefährdung für das eigene Objekt nicht. Oft fehlt auch das Werteempfinden. Mit dem Hochwasserpass können wir Risiken nun in einem Höchstmaß an Objektivität darstellen.“

Der Hochwasserpass stuft Gebäude für jede der drei Wassergefahren in eine von vier Gefährdungsklassen ein. Für die Selbstauskunft sind Daten wie Adresse, Baujahr, Bauweise, Lage etc. nötig. Auf Daten des Informationssystems Zürs (Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen) kann das HKC (noch) nicht zurückgreifen. Die Zürs-Klasse kann der Sachverständige eingegeben. Vogt fordert, dass Haus- und Grundbesitzervereine, Verbraucherschutzverbände und die Länder die Initiative unterstützen. Die Länder sollten beispielsweise ihre Richtlinien zur Förderung von Hochwasservorsorge auf den Hochwasserpass ausweiten.  (lie)

Foto: Reinhard Vogt, Otto Schaaf, Guido Stier (v.l.n.r.) bei der Vorstellung des Hochwasserpasses in Köln am Rhein. (Quelle: lie)

Links: DOSSIER, Hochwasserpass

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