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40 Mio. US-Dollar für ein Ei

23.03.2016 – fabergeei_pixelioDie Suche nach dem Osterei gehört traditionell zu den Highlights des bevorstehenden Osterfestes – zumindest für Kinder. Einen besonderen Stellenwert hatten zu Zeiten der russischen Zaren die Eier des Goldschmiedes Peter Carl Fabergé. Allerdings ranken sich zahlreiche Legenden und Mythen um jene Kunstwerke, die ihn letztlich zu einem der berühmtesten Juweliere seiner Zeit gemacht haben, berichtet der Branchenverband GDV.

Das erste Ei seiner Art stammt bereits aus dem Jahr 1885 und war ein Geschenk für den damaligen Zaren Alexander III. (1881-1894). Die wichtigsten Maße im Überblick: Sieben Zentimeter Größe mit einer weißen Schale aus Emaille. Geöffnet werden konnte es mit Hilfe eines filigranen Mechanismus. Darin befand sich ein goldener Dotter von vier Zentimeter. Darin lag eine Henne aus Vierfarbgold mit Augen aus Rubinen. In ihrem Körper befand sich wiederum eine winzige Zarenkrone, an der zwei Rubine hingen. Diese ist allerdings im Laufe der Zeit verloren gegangen.

Zarin Maria Fjodorowna (1847-1928) schien jedenfalls so verzückt von diesem besonderen Osterei, dass der Nachkomme hugenottischer Einwanderer fortan jedes Jahr an Karfreitag ein neues Ei an den Zarenhof lieferte. Dabei wurden dessen Eier im Laufe der Zeit immer raffinierter und kunstvoller: So sind manche Eier rund 30 Zentimeter groß und enthalten feinmechanische Spielzeuge wie das Lorbeerbaum-Ei von 1911, in dem sich ein singender Vogel befindet. Von besonderer Detailtreue zeichnet sich das Krönungsei des Jahres 1897 aus. Sein Inhalt: Ein Modell der kaiserlichen Kutsche aus Gold, Platin und Juwelen. Öffnet man die Tür, entfaltet sich eine winzige Treppe.

Für Fabergé entwickelte sich daraus ein äußerst lukratives Geschäft. Rund 8.000 Rubel erhielt der Juwelier für ein einziges Ei. Zum Vergleich: eine Kuh kostete zu damaligen Zeit schlappe 60 Rubel. Rund 50 Eier fertigte er im Laufe der Jahrzehnte an. Bald beschäftigte er rund 500 Angestellte in Sankt Petersburg und gründete zudem Niederlassungen in Moskau, Odessa, Kiew und London. Mit der Oktoberrevolution von 1917 endete jedoch abrupt dessen Dasein. Lediglich mit einem Koffer floh er aus dem revolutionären Russland und starb drei Jahre später in der Schweiz.

Seine Werke haben die Wirren der Zeit hingegen überdauert. Heute zählen die eiförmigen Kunstwerke zu den wertvollsten Sammelobjekten der Kunstliebhaber. Rund 40 Eier sind heute in den Museen zu sehen. Andere sind hingegen in privaten Sammlungen verschwunden – oder schlichtweg verloren gegangen. Kunstkenner Géza von Habsburg, Ururenkel des österreichischen Kaisers Franz Josef I. (1848-1916) schätzt den Wert eines Fabergé-Eis auf rund 40 Mio. Euro. Die Versicherungssumme bewegt sich in einer ähnlichen Höhe.

“Bei der Festlegung der Versicherungssummen wird von Preisen, die auf Kunstauktionen oder am internationalen Kunstmarkt erzielt werden können, ausgegangen”, bestätigt Petra Eibel, Leiterin der Kunstabteilung der österreichischen Uniqa-Versicherung dessen Einschätzung. Allerdings ist der Preis eines Kunstwerkes nicht das alleinige Merkmal. So bewerten die Versicherer unter anderem auch die kunsthistorische Bedeutung und die Herkunft des Kunstwerks. Bislang ist der Markt für Kunst- und Ausstellungsversicherungen aber noch sehr speziell und überschaubar. Nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stieg das Beitragsvolumen dennoch in den vergangenen Jahren kontinuierlich an: von 50,4 Mio. Euro im Jahr 2008 auf 57,6 Mio. im Jahr 2015. (vwh/td)

Bildquelle: Maren Beßler / pixelio.de

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