Versicherungswirtschaft-heute

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14. Vorlesungstag an der Universität Leipzig

26.03.2014 – ifvw-logo-150Fachlich eröffnete Torsten Oletzky, Vorstandsvorsitzender der Ergo Versicherungsgruppe AG, die Veranstaltung mit seinem Vortrag „Nach der Finanzkrise – langfristige Strategie der Lebensversicherungen“. Dabei ging er zunächst auf Aspekte der Finanzkrise ein, welche maßgebende Impulse für Anpassungsstrategien der Assekuranz einläuteten. Dazu zählt er die Banken- und Staatsschuldenkrise, daraus resultierende Verunsicherungen seitens der Konsumenten und letztlich den anhaltenden Niedrigzins.

Im Zuge der Diskussion um die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven belaste der „falsch verstandene Verbraucherschutz“ vor allem die Lebensversicherung. Bezüglich des Zinsumfelds geht Oletzky in absehbarer Zeit nicht von substanziellen Verbesserungen aus. Dennoch und gerade deswegen müssten sich Versicherer gegenüber verschiedenen Situationen, also sowohl mit Blick auf steigende als auch fallende Zinsszenarien, wappnen.

Das Image der Versicherungsbranche und deren mediale Wahrnehmung in der Öffentlichkeit stellen für Christoph Hardt, Leiter des neuen Geschäftsbereichs Kommunikation beim GDV, eine langfristige Herausforderung dar. Es sei daher wichtig, sich stetig und unternehmensübergreifend mit Imagefragen zu beschäftigen. Die Komplexität der Themen erschwere zusätzlich eine erfolgreiche Kommunikationspolitik. Hardt verwies in diesem Zusammenhang auf „eine neue Härte der Berichterstattung“, die seinen Geschäftsbereich beim GDV beinahe täglich in einen Ausnahmezustand versetze. Entgegen vermehrt negativer Darstellungen der Lebensversicherungsbranche in Deutschland, überspitzte er in einer These: „Die Lebensversicherung hat ihre große Zeit noch vor sich.“ Hardt forderte in diesem Zusammenhang eine aktivere Kommunikationspolitik der Versicherungsunternehmen und sprach sich dafür aus, „für eine klare und verständliche Sprache in unserer Branche zu werben“. Im Auditorium führten seine Ausführungen im Anschluss zu angeregten Diskussionen.

Danach gab Johanna Nemson einen Einblick in ihr Dissertationsprojekt „Geschäftsmodell VVaG: Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Chancen“. Dabei konstatierte sie auch historische Kulturunterschiede zwischen den verschiedenen Rechtsformen. Die Geschäftsmodelle unterlägen zwar strukturellen Besonderheiten, die jedoch weitgehend nicht durch deren Rechtsformen determiniert seien. Im Anschluss stellten Fred Wagner und Andres Webersinke, Direktor Life/Health Research and Development bei der General Reinsurance AG, die Ergebnisse der empirischen Studie „Pflegeversicherung – Sichtweisen und Optimierungsansätze im Vertrieb“ vor. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklungen und dem Pflegebedürftigkeitsrisiko erläuterten Wagner und Webersinke unter anderem mögliche Gründe für die bislang geringe Marktdurchdringung privater Pflegeversicherungsprodukte. Das Pflegerisiko werde von der Bevölkerung weiterhin unterschätzt und stehe bislang hinter traditionellen Risikofeldern zurück. Zudem gebe es zum Pflegethema auch Nachholbedarf bei der Qualifikation der Vermittler.

Als letzten Vortrag hörten die interessierten Zuhörer das Thema „Prozesseffizienz in einem Versicherungsunternehmen“. Wolfgang Weiler, Sprecher der Vorstände der Huk-Coburg Versicherungsgruppe, berichtete am Beispiel des unternehmensweiten Prozessmanagements der Huk-Coburg über Maßnahmen sowie organisatorische und methodische Rahmenbedingungen effizienter Prozesse in einem Versicherungsunternehmen. Als Rahmenbedingungen nannte Weiler u.a. transparente und standardisierte Geschäftsprozesse, die überdies Voraussetzung für die Festlegung unternehmensspezifischer Ziele seien. „Gesamtprozesse beginnen beim Kunden und enden beim Kunden“, verdeutlichte er seine Ausführungen beispielhaft. (ms)

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